Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

68 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
zelnen südamerikanischen Staaten. Auch sie sammelten einen Goldvorrat
 an, der einerseits als Deckung für die ausgegebenen Noten
bestimmt war, anderseits — und das ist die vornehmste Aufgabe
— die Mittel zur Stabilisierung des Devisenkurses durch Beeinflussung
 des Devisenmarktes, Regulierung der Nachfrage und des Angebotes
 bot. — Ein anderes Mittel, die Entwertung des Währungsgeldes
 namentlich im Auslande zu verhindern, besteht darin, daß
der Staat im Auslande durch Banken Kursstützungen vornehmen
läßt, oder sie veranlaßt, ihre ausländischen Guthaben einzuziehen
und ihre Kredite im Auslande zu verwerten. — Man bezeichnet
solche Bestrebungen nach Stabilisierung der Devisenkurse als Devisenpolitik
 und die damit erzielten Währungsverhältnisse als
manipulierte Währung (managed currency). Sie laufen, wie aus
dem Vorstehenden entnommen werden kann, darauf hinaus, mit
entsprechenden Geldmitteln und Devisenbeständen den Devisenmarkt
zu beherrschen und dadurch die Kursbildung zu regulieren. Sie erreichen
 ihren Zweck bei einigermaßen geordneten Währungsverhältnissen
 (Metalldeckung, begrenzte Notenausgabe) und nicht andauernd
ungünstiger Gesamtzahlungsbilanz (s. unten). In neuerer Zeit hat
die Devisenpolitik vielfach zu einschränkenden Maßnahmen gegriffen,
 um die Devisenspekulation auszuschalten; so die Konzentration
des Devisenmarktes in Devisenzentralen oder bei der Notenbank
behufs besseren Überblickes, die Einführung eines Legitimationszwanges
 für Käufer und Verkäufer, Einführung eines unmittelbaren
Devisenaustausches (Usancenhandel), Beschränkung des Devisenhandels
 auf bestimmte Firmen (Devisenkommissionäre) u. ä.3).
Das Ausmaß der Schwankungen, denen die Devisenkurse unterworfen
 sind, hängt vom Zustande der Währungen der in Betracht
kommenden Länder ab. Zwischen Ländern mit Goldwährung, in
denen Gold durch Einlöslichkeit der Noten oder durch Abgabe von
Gold zu einem festen Preis frei verfügbar ist, werden die Devisenkurse
 nur wenig von der Münzparität der betreffenden ausländischen
Währung abweichen.
So ist z. .B. die Münzparität, da 2790 M oder 34444/, Fr. aus 1 kg
feinen Goldes geprägt werden, für 1 Fr. = ra M, für 100 Fr. sohin
M 81:—; theoretisch könnte man daher 100 Fr. Schuld mit M 81:— in Gold
bezahlen; tatsächlich kommen aber noch die Versendungsspesen für Gold
hinzu, die in normalen Zeiten mit 2 bis 3% 0 (im Luftverkehr unter
20/00) angenommen werden, so daß sich der Begleich für 100 Fr. auf
M 81243 erhöht. Umgekehrt würde eine Forderung von 100 Fr. nach Abzug
dieser Versendungsspesen M 80757 ergeben.
Für Zahlungen im ausländischen Verkehr werden aus Gründen
3) In Italien ist der gesamte Handel in Devisen dem nationalen Institut
für Wechselkurse vorbehalten.
            
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