Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

76 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
bonds zu höherem Kurs als Aktien unterzubringen. Anderseits schädigt
 die Ausgabe von comnvertiblen bonds stets die Stammaktionäre
und die Höhe des Stammkapitals ist fortwährenden Änderungen unterworfen.
 Zu demselben Zwecke werden in der Union auch Bonds
with Stock Purchase Warrants ausgegeben, d. s. Schuldverschreibungen
 mit angefügtem Aktienankaufsschein, der den Inhaber zum
Ankaufe von Aktien desselben Unternehmens unter gewissen Bedingungen
 berechtigt; z. B. berechtigen die 7%-Bonds der Rhein-Elbe-Union
 zum Ankaufe von 10 shares (Nominale 100 RM.) zu
23:80 Dollar pro Aktie (Tageskurs 37:19 Dollar).
Eine besondere Art der Obligationen bilden die Losobligationen,
 Prämienscheine oder kurzweg Lose®). Der für den
Zinsendienst der gesamten Anleihe bestimmte Teil der Annuität wird
hier nicht verhältnismäßig auf die einzelnen Teilschuldverschreibungen
 ‚verteilt, sondern zu mehreren größeren und kleineren Treffern
oder Prämien gebildet, die nun durch den Zufall der Verlosung in
der sogenannten Treffer- oder Prämienziehung an die Besitzer der
gezogenen Lose ausbezahlt werden, Solche Losobligationen werden
als unverzinsliche Lose bezeichnet. Bei verzinslichen Losen wird
nur ein Teil des für den Zinsendienst bestimmten Betrages zur
Bildung von Treffern verwendet, während der andere Teil zur regelrechten
 Verzinsung bestimmt ist. Selbstredend erfährt hiedurch der
Zinsfuß eine entsprechende Kürzung, Bei Losobligationen wird sohin
eine Tilgungsziehung und eine Prämienziehung unterschieden. Die
in der erstgenannten Ziehung bestimmten Lose werden zum nominellen
 oder zu einem etwas höheren Betrag eingelöst und der Besitzer
 erhält einen auf die Nummer des gezogenen Loses lautenden
Gewinstschein, der an den Prämienziehungen teilnimmt, bis er
mit einem Treffer oder einer Niete gezogen wird. Bankgeschäfte, die
einen größeren Vorrat von Losen besitzen, verkaufen, um sich eine
günstige Verzinsung des in diesen Effekten angelegten Kapitals zu
verschaffen, das Vorkaufsrecht auf ihre in der Prämienziehung gezogenen
 Lose, indem sie sogenannte Heuerscheine oder Lospromekssen
 ausgeben, Nicht selten wird die Prämienziehung in zwei
Teilen abgehalten; zuerst erfolgt die Serienziehung, die auf die Auslosung
 der Serien beschränkt ist, und nach einiger Zeit erfolgt die
Nummernziehung aus den seinerzeit gezogenen Serien. Während der
Zwischenzeit kann das Vorkaufsrecht auf Lose der gezogenen Serien
verkauft werden, die sogenannte Serienverheuerung (die Ausgabe von
6) Nicht zu verwechseln mit den Lotterielosen, die keine Schuldverschreibungen
 sind; ihre Ausgabe bedeutet nicht die Aufnahme einer Anleihe,
sondern nur den Verkauf einer Gewinstmöglichkeit. Der Losbesitzer hat
lediglich das Recht, in der bestimmten Ziehung „mitzuspielen‘, d. h. den
auf sein Los etwa entfallenden Treffer einzuziehen.
            
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