Metadata: Der deutsche Buchhandel

54 Ba VL. Die Ausbildung zum Buchhändler. 
VI. Die Ausbildung zum Buchhändler. 
Die Lehre, 
Wer immer den Buchhandel als Lebensberuf wählt, muß darauf 
bedacht sein, eine Firma zu finden, die eine gewissenhafte, sorg- 
fältige, praktische Ausbildung gewährleistet; denn davon hängt zu 
einem großen Teil die spätere Leistungsfähigkeit im Beruf und 
hiervon wieder das Lebensglück ab, das sich der einzelne zu be- 
gründen sucht. Ausschlaggebend ist nicht die Größe der Firma, 
sondern deren Güte und Ruf, die geschäftliche Umsicht und Tüchtig- 
keit des Inhabers und seiner gesetzlichen Stellvertreter, denen 
in .der Regel die Ausbildung des Nachwuchses anvertraut ist, die 
in den 88 60—63 und 74—83 des Handelsgesetzbuchs und durch die 
ergänzenden einschlägigen Bestimmungen der Gewerbeordnung ihre 
rechtliche Grundlage findet. Von Wichtigkeit ist besonders, daß ein 
schriftlicher Lehrvertrag abgeschlossen wird, der die beiderseitigen 
Rechte und Pflichten genau festlegt. Neuerdings befaßt sich auf 
Grund der Verfassung das Reich eingehend mit der Ausbildung 
der Lehrlinge; es liegt bereits der Entwurf des Berufs-Ausbildungs- 
Gesetzes vor, zu dem die einzelnen Berufsgruppen gegenwärtig noch 
Stellung nehmen. Der Börsenverein der Deutschen Buchhändler als 
oberste Organisation des Berufs bringt der Frage der Lehrlings- 
bildung weitreichendes Verständnis entgegen, da er sich bewußt ist, 
daß von der gründlichen Ausbildung der jugendlichen Mitarbeiter die 
Zukunft des Berufs und des Standes zu einem guten Teil abhängen 
wird. Er hat daher in seiner Hauptversammlung zur Jahrhundert- 
feier des Vereins zu Kantate 1925 es jedem seiner Mitglieder zur 
Pflicht‘ gemacht, die jungbuchhändlerische Ausbildung mit äußer- 
ster Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit zu pflegen; aber auch schon 
früher hat ihn die buchhändlerische Bildungsfrage wiederholt be- 
schäftigt, und in dem auf seine Veranlassung von Paschke und Rath 
geschriebenen Lehrbuch des Deutschen Buchhandels (Verlag des 
Börsenvereins) ist am Ende des ersten Bandes ein ausführlicher 
Ausbildungsplan für den Lehrling im Sortimentsbuchhandel ent- 
halten, der das beste Eingangstor zum buchhändlerischen Berufe 
bildet. Auch andere Vereine und Sondergruppen, insbesondere die 
verschiedenen Organisationen der Gehilfenschaft, haben fortgesetzt 
die buchhändlerische Ausbildungsfrage erörtert, die Vereine und 
Vereinigungen: der Gehilfenschaft besonders deshalb, weil von der 
Ertüchtigung ihrer: späteren Berufsmitglieder ihre wirtschaftliche 
Stellung nicht unwesentlich abhängt. Nachdem schon in der Mitte 
des vorigen Jahrhunderts die Gehilfenprüfung in den beteiligten 
Kreisen wiederholt angestrebt worden ist, um ungeeignete Leute dem 
Berufe fernzuhalten, hat sich diese Frage. in den letzten Jahren
	        
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