Full text: Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

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früher nicht vorkam“ !). Damit stoßen wir auf eine weitere 
Ursache, deren Beobachtung vor allem für eine Gegenüber- 
stellung von absoluten Produktionszahlen bei verschiedenem 
Schichtsystem von entscheidender Bedeutung werden kann, 
das ist die Lage des Absatzmarktes. Gerade da, wo etwa 
Durchschnittszahlen der AErzeugungsmenge verglichen 
werden, die aus der Produktionsstatistik der Vor- und 
Nachkriegszeit stammen, bedarf es der Nachprüfung, inwie- 
weit das Abstoppen der Produktion durch Absatzschwierig- 
keiten hervorgerufen wurde und vielleicht sogar zur 
„Dämpfung“ eines oder mehrerer Öfen im Betrieb führte. 
Andererseits ist zu beachten, daß bei Belebung der Kon- 
junktur und lohnendem Absatz, die rasche Erledigung der 
Aufträge verlangen, die Produktion nicht nur sofort auf das 
normale Maß gesteigert, sondern durch eine vermehrte 
Zugabe von Schrott noch weit über den gewöhnlichen 
Stand hinausgetrieben werden kann; so wurden in der ab- 
soluten Höhe der Monatsproduktion des untersuchten Hoch- 
ofenbetriebes Unterschiede bis zu 30%, festgestellt, die 
hiermit in Zusammenhang zu bringen sind?). Der ver- 
mehrte Zusatz von Schrott kann wiederum auf einer be- 
stimmten Preispolitik beruhen, da er sich bei günstigen 
Absatzverhältnissen noch lohnt, wenn der Preis für Schrott 
60%, des Roheisenpreises ausmacht. Die Möglichkeiten 
solcher Steigerung der absoluten Erzeugungsmenge werden 
ebenfalls nicht von dem Bestehen des Zwei- oder des 
Dreischichtensystems, sondern einmal von der Größe der 
Hochofenprofile und andererseits von der Qualität des Roh- 
eisens wie der Art seiner Weiterverarbeitung bestimmt. 
Die Hochofenprofile sind entsprechend der verschiedenen 
Beschaffenheit und Menge der zur Beschickung gelangenden 
Erze gebaut, so daß die Höhe der Tagesproduktion hier ihre 
*) Wolff, a.7a. 0.8; 49. 
?) Aus der Denkschrift und nach Angaben der Werksleitung. 
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