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stimmend gewesen sind und nicht etwa ausschließlich die
Verkürzung der Arbeitszeit“, wird für die Rückkehr zum
Zweischichtensystem die absolute „Erhöhung der Produktion
infolge längerer Arbeitszeit“ *) als unanfechtbare Tatsache
behauptet und als weiteres Ergebnis festgestellt, daß „die
Leistung des Einzelnen gesteigert werden“ konnte *).
Worauf diese Gründe für das Sinken und Steigen der
Leistung des Einzelnen beruhen, und inwiefern die Arbeits-
zeitveränderung für dieses Auf und Ab eine ausschlag-
gebende Rolle spielt, läßt sich wiederum am sichersten an
den Untersuchungen der konkreten Verhältnisse des Hoch-
ofenbetriebes darstellen, denen sich daher die folgenden
Ausführungen erneut zuwenden. Zwei größere Produktions-
statistiken der Betriebsleitung, in deren Ergebnissen sich
die Einwirkung der Arbeitszeit auf die relative Verände-
rung der Erzeugungsmenge widerspiegeln soll, kommen für
diese Untersuchungen vor allem in Frage: Die erste gibt
einen Überblick über die Roheisenerzeugung pro Kopf und
Monat bei Betrieb von zwei Hochöfen ®). Diese Aufstellung
ist so vorgenommen, daß für die einzelnen Monate der
Jahre 1913/14 und 1923/24 Belegschaftsstand und Er-
zeugungsmenge in Beziehung gesetzt sind, um dadurch
über die jeweilige Leistung des Einzelnen Aufschluß zu
erhalten. Aus diesen Zahlen wird der Jahresdurchschnitt
errechnet und schließlich die Ergebnisse in der Weise aus-
gewertet, daß man die Monatsdurchschnittszahl von 1913/14
(Maßstab der durchschnittlichen Leistung des Einzelnen
unter dem Zweischichtensystem) mit der von 1923 (Maß-
stab der durchschnittlichen Leistung des Einzelnen unter
dem Dreischichtensystem) vergleicht. Als Resultat erscheint
ein Absinken der Leistung des Einzelnen um mehr als
50 %,, dessen unmittelbare Abhängigkeit vom Wechsel des
aa 0. 8 110.
2) Ebenda, S. 52,
3) Aus _ der Denkschrift des Hüttenwerkes.