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Arbeitslohn und Kapital.
Buch I.
Die frühere Untersuchung hat die Antwort klar gemacht. Das
Kapital besteht, wie wir gesehen haben, aus Gütern, die zur Beschaffung
von mehr Gütern benutzt werden, zum Unterschied von Gütern, die zur
direkten Bedürfnisbefriedigung benutzt werden, oder, wie es meines
Erachtens definiert werden kann, aus Gütern, die im Austausch be
griffen sind.
Das Kapital erhöht daher die Macht der Arbeit, Güter hervor
zubringen: j. indem es die Arbeit in den Stand setzt, sich auf wirksamere
Weise zu betätigen, wie z. B. durch Ausgrabung der Muschel mit einem
Spaten anstatt mit der bsand, oder durch Fortbewegung eines Schiffes
durch die Dampfkraft anstatt des Ruders; 2. indem es die Arbeit in den
Stand setzt, sich die reproduktiven Kräfte der Natur zunutze zu machen,
wie z. B. das Getreide durch Säen und Tiere durch Züchtung zu erhalten;
z. indem es die Teilung der Arbeit gestattet, und so einerseits die Wirk
samkeit des menschlichen Produktionsfaktors durch Nutzbarmachung
spezieller Fähigkeiten, Erwerbung von Geschicklichkeit und Verringerung
der Vergeudung erhöht, andererseits die Kräfte des Naturfaktors dadurch
aufs äußerste auszunützen gestattet, daß man die Verschiedenheiten von
Boden, Klima und Lage so vorteilhaft benutzt, daß man jede besondere
Art von Gütern da gewinnt, wo die Natur für ihre Erzeugung am
günstigsten ist.
Das Kapital liefert nicht die Rohstoffe, welche die Arbeit zu Gütern
macht, wie irrtümlich gelehrt wird; die Rohstoffe der Güter werden
von der Natur geliefert. Aber die teilweise verarbeiteten und im Aus
tausch begriffenen Rohstoffe sind Kapital.
Das Kapital liefert nicht den Lohn und schießt ihn nicht vor, wie
irrtümlich gelehrt wird. Der Lohn ist der Teil des Arbeitsproduktes,
den der Arbeiter erhält.
Das Kapital unterhält nicht die Arbeiter während des Fortganges
ihrer Arbeit, wie irrtümlich gelehrt wird. Die Arbeiter werden durch
ihre Arbeit erhalten, und der Mann, der ganz oder teilweise etwas pro
duziert, was für Unterhaltsmittel ausgetauscht werden kann, produziert
virtuell diese Unterhaltsmittel selbst.
Das Kapital beschränkt deshalb den Gewerbfleiß nicht, wie irr
tümlich gelehrt wird, sondern die einzige Schranke des Gewerbfleißes
ist der Zugang zu den Stoffen der Natur. Aber das Kapital kann die
Form und die Ergiebigkeit des Gewerbfleißes beschränken, indem es
die Anwendung von Werkzeugen und die Teilung der Arbeit beschränkt.
Daß das Kapital die Form des Gewerbfleißes beschränken kann,
ist klar. Ohne die Fabrik könnte es keine Fabrikarbeiter geben, ohne
die Nähmaschine kein Maschinennähen, ohne Pflug keinen Pflüger, und
ohne große bsandelskapitalien könnte der Gewerbfleiß nicht die vielen
Spezialformen annehmen, die sich mit dem Handel beschäftigen. Ebenso
klar ist es, daß der Mangel an Werkzeugen die Ergiebigkeit des Gewerb
fleißes aufs äußerste beschränken muß. Wenn der Landmann den