fullscreen: Lexikon der Handelsgeographie

Bremen. 
Hd)81,90,575 Mk. außerordentliche, meist 
für Eisenbahnen, Handel und Schiffahrt. 
Die Stadt B., an der Weser und im 
Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnen (s. 
unten), hat (isso) 112,158 Einw. Von 
Industrien besitzt B. ansehnliche Eisen 
gießereien, Schifsswerften und Maschinen 
fabriken (Aktiengesellschaft »Weser« mit 
si87!>s 763 Arbeitern), Bierbrauereien, 
Fabriken fur Spirituosen und Cigarren- 
tistcn sowie Reisschälmühlen, deren Pro 
dukt (»polierter Reis«) einen Hanptaus- 
fuhrartikel bildet. Die Cigarrenfabrika- 
twn beschäftigte 1867 noch an 2900 Men 
schen, wurde aber seitdem über die Zoll 
vereinsgrenze nach dem preußischen Ort 
Hemelingen verlegt. — Als H a n d e ls - 
st a d t nimmt B. die zweite Stelle im Dent- 
lchen Reich ein, wiewohl seine Lage an der 
nur für Flußschiffe und kleine Seeschiffe 
geeigneten Weser eine sehr ungünstige ist. 
Der eigentliche Hafen der Stadt ist Bre 
merhaven (s. d.). Den Binnenverkehr 
vermitteln die Hannoverische, Köln-Min- 
dener, Oldenburgische Bahn. Der Han 
delsverkehr zeigte in dem abgelaufenen 
Hecennium folgende Bewegung (in Mil 
lionen Mark) : 
Einfuhr 
1870 : 306,o 
1873 : 503,7 
1876: 442,2 
1879: 471,4 
Ausfuhr 
1870 
1873 
1876 
1879 
302.1 
501.7 
421.8 
470.1 
Dieses Anwachsen der Handelsbewcgung 
hat seinen Grund besonders in dem stei 
genden Verkehr mit dem deutschen Zoll 
gebiet, namentlich in der Ausfuhr dahin: 
dieselbe betrug 1879 für: Wolle 25,9 Mill. 
Mk., Baumwolle 40,9, Getreide und Hül 
senfrüchte 80,4, Speck und Schweine 
fleisch 4,7 Milt. Mk. Aus England kom 
men: Wolle (1879: 148,761 Ctr.),Manu- 
faktnrwarcn,Baumwvllwaren x.; dorthin 
tzshen: Rohzucker, Hopfen, Reis. Südame 
rika liefert Wolle, Tabak und Kakao, Afrika 
Wolle und Palmöl, Ostindien Baum 
wolle, die Sandwichinseln Wolle. Am 
Wichtigsten unter den auswärtigen Staa- 
ten ist st ij er Nordamerika. 1878 war der 
Verkehr allerdings größer, was der bedeu 
tenden Zufuhr ait Tabak zuzuschreiben ist, 
welche 1878: 899,117 Etr. (32,473,600 
Mk.), aber 
(13,728,919 
wurden 1879 
14,9 mit 371,528 Gtr. 
Mk.) betrug. Außerdem 
namentlich eingeführt - 
Centner 
Baumwolle 1311541 
Mais . . 771106 
Weizen. . 203705 
Centner 
Speck . . 190606 
Schmalz . 337510 
Petroleum 4157418 
Die .Hauptposten der Ausfuhr nach den 
Bereinigten Staaten waren aber (in Mil 
lionen Mark): 
Farbwaren . . . 9,7 
Baumwollwaren . 9,7 
Seiden - und Halb 
seidenwaren . . 6,2 
Wollwaren . . . 5,i 
Spiegelglas . . .3,4 
Getrocknete Früchte. 2,5 
Fässer 2,4 
Galanterie- u. Kurz 
waren .... 2,» 
Der gesamte Handelsverkehr verteilt sich 
auf die hervorragendsten Gebiete (Wert in 
Millionen Mart) für 1879 wie folgt: 
Einfuhr Ausfuhr 
Deutsches Reich .... 129,2 290,8 
Vereinigte Staaten. .. . 156,8 62,2 
Großbritannien .... 71,8 24,7 
Südamerika 26,2 7,1 
Asien 25,8 0,8 
Westindien 14,5 1,4 
Den Richtungen nach kamen (in Millio 
nen Mark): Einfuhr Ausfuhr 
Seewärts 337,8 144,7 
Land - und flußwärts . . 134,i .325,s 
Nach den einzelnen Warengattllngcn be 
trachtet, stellt sich der Warenhandel Bre 
mens 1Š79 (in Millionen Mark) wie folgt : 
Einfuhr Ausfuhr 
Verzehrungsgegenstände . 173,2 188,7 
Rohstoffe 188,o 181,9 
Halbfabrikate 22,s 20,0 
Manufakturwaren . . . 50,3 44,9 
Andre Jndustrieerzeugnissc 37,0 33,4 
Zusammen: 470,8 469,5 
wozu noch eine in Ein- und Ausfuhr ba 
lancierende Summe von 526,733 Mk. 
für Edelmetalle kommt. 
Die Handelsflotte der Stadt be 
stand 31. Dez. 1879 aus 320 Schissen von 
zusammen 260,769 Ton., davon 67 Dam 
pfer von 59,460 T. — S ch i f f ö v e r k c h r. 
In Bremerhaven und Geestemünde, den 
beiden Seehäfen der Stadt, sind 
eingelaufen ausgelaufen 
Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen 
1878 : 2762 1 013238 2903 99311» 
1879 : 2821 1083441 3017 1 077990
	        
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