fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die Nationalökonomie bei den Philosophen und Soziologen 
ist er rechtmäßiger Eigentümer der Produkte seiner Fähigkeiten 
und Energien. Die Prämisse dieses Räsonnements, sagt nun 
Izoulet, stimmt nicht. Denn, weit entfernt Eigentümer seiner 
physischen und seelischen Fähigkeiten zu sein, ist das Individuum 
ein gesellschaftliches Produkt. Folglich sind es auch die Pro 
dukte, die das Individuum schafft. 
Gegen den Sozialismus und für den Individualismus macht 
Izoulet geltend: Gewiß ist der Staat ein Organismus, d. h. 
nicht nur eine sittliche und rechtliche, sondern auch eine bio 
logische Solidarität. Es ist aber ein großer Irrtum, diese Soli 
darität auf eine despotische und nivellierende Gleichheit hin 
führen zu wollen. Nichts ist der Natur und ihren Gesetzen 
entgegengesetzter. Denn im selben Grade, in dem ein Organismus 
eine Solidarität ist, ist er eine Arbeitsteilung, eine Differenzierung 
in hierarchisch gegliederte Organe, die neben der sozialen ihre 
eigene, selbständige, freie Existenz haben. Differenzierung und 
Auslese, nicht Nivellierung und Gleichheit, sind in der sozio 
logischen wie in der biologischen Welt die Triebfedern des 
Fortschritts. 
Die Biologie schmilzt also, folgert Izoulet, das, was Wahres 
an Individualismus und Sozialismus ist, zusammen; sie zeigt 
aber auch, inwieweit beide unwahr sind. Das Resultat heißt: 
freiheitliche Solidarität (solidarité libertaire) ') I 
Insoweit Izoulet den absoluten Individualismus wie den 
absoluten Sozialismus verwirft und die Verbindung von „Frei 
heit“ und „Solidarität“ der Nationalökonomie als Aufgabe an 
weist, scheint er uns auf dem richtigen Wege zu sein. Daß 
aber die Zahl derer groß sein wird, die in der bio-soziologischen 
Hypothese mehr als ein anschauliches, poetisches Bild sehen, 
ist mindestens so zweifelhaft, als daß es Izoulet gelungen sein 
soll, die Antinomie zwischen jener Hypothese und der Freiheit 
des Individuums wirklich zu lösen. 
Alfred Fouillée, ein äußerst fruchtbarer philosophischer 
Schriftsteller, nimmt ebenfalls die Analogie zwischen den Lebe 
wesen und dem sozialen Organismus auf. Er verbindet sie aber 
mit der Vertragstheorie (contrat social) und macht daraus jenen 
organisme contractuel, der zwar ein physiologisches, nicht aber 
') Izoulet, loo. oit. p. 647.
	        
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