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§ 20. Das Gericht prüft und würdigt die Beweise in
vollkommen freier Weise, immerhin unter Beachtung der in
§8 2 und 3 des Regulativs betreffend Musterschutz aufge
stellten Grundsätze. Allfällige Zeugen, welche das Gericht für
nöthig und relevant hält, werden vor dem Gerichte durch den
Präsidenten einvernommen unb deren Aussagen protokollier
Das Gericht ist berechtigt, die Beibringung weiterer Beweis
mittel zu verlangen, hiefür bestimmte Fristen anzusetzen und
bis zum Ablauf derselben die Verhandlungen 51t vertagen.
Ebenso ist dasselbe berechtigt, sofern es die Begründung
des Expertengutachtens nicht zutreffend erachtet, oder in be
sonders wichtigen Fällen, ein zweites Gutachten von einen:
oder mehreren Experten (eventuell in Ausstands- oder Be-
hiuderungsfälleu von deren Stellvertretern) einzufordern.
8 21. Der Betrag des dem Kläger zu leistenden Schaden
ersatzes wird durch freies richterliches Ermessen bestimmt, in
Würdigung des dem Eigenthümer des Musters direkt oder
indirekt verursachten Schadens einerseits und des dem Be
klagten erwachsenen rechtswidrigen Vortheils anderseits.
8 22. Dem obsiegenden Theile kann eine angemessene
Kostenentschädigung zugesprochen werden auf Grund der von
den Parteien eingereichten Kvstenverzeichnisse, resp. der sonstigen
Glaubhaftmachung erwachsener Kosten.
8 23. Die Gerichtskosten sind in der Regel dem unter
liegenden Theile zu überbinden, ausgenommen wenn die Rechts
begehren nicht sämmtlich oder nicht vollständig zu Gunsten des
einen Theils entschieden wurden, oder der obsiegende Theil
durch eigene Nachlässigkeit Veranlassung zum Prozesse ge
geben hat.
8 24. Die Urtheilssüllung erfolgt ordentlicher Weise
unmittelbar nach Anhörung der Parteien und Prüfung der
Beweismittel. Das Urtheil wird jedoch den Parteien nur im
Dispositi:' eröffnet ; die Urtheilsredaktion erfolgt später und