Religiöse Bewegung; Luther.
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einem Reichstage zu Augsburg, dem letzten, den der alternde
Kaiser Maximilian gehalten hat. Es war eine wichtige Tagung,
und in ihre Interessen war auch der Papst verflochten. In
Rom ward nämlich seit 1512 ein allgemeines Konzil gefeiert,
noch von Julius II. berufen; es sollte die seit dem Verfall
der konziliaren Bewegung des 15. Jahrhunderts neu erworbene
Hoheitsfülle des Papsttums bestätigen und hat diese Aufgabe
durch die feierliche Proklamation der Bulle Bonifaz' VIII.
Unam sanctam zur Zufriedenheit gelöst. Daneben aber sollte
es nach dem Wunsche Julius II. und noch mehr seines Nach—
folgers Leos X. den christlichen Widerstand gegen die Türken
beleben; und in der That hat es einen allgemeinen Türkenzehnt
für die abendländische Kirche beschlossen. Ihn nunmehr durch
den Reichstag gut heißen und auf die deutsche Nation
ausschreiben zu lassen, war eine der wesentlichen Sorgen der
oäpstlichen Gesandtschaft beim Augsburger Reichstag.
Aber das war schwierig. Die Deutschen wollten nicht
zahlen; man höhnte laut und leise, der Zehnt werde schwerlich
den Türkenkriegen zu gute kommen. Noch mehr: man holte
die alten Beschwerden gegen die Kurie wieder einmal vor, das
endlose Thema über Annaten und Pfründenverleihungen, über
Indulgenzen, Exspektanzen und anderes, und man faßte sie
wieder einmal in einem kräftigen Schriftstück zusammen, das
einem früheren vom Jahre 1456 fast auf ein Haar glich.
Diese Haltung mußte die Kurie gegenüber dem Reichstag
verbittern — und auch gegenüber dem Kaiser. Nun bedurfte
aber Max damals der Kurie. Er ging damit um, seinem
Enkel, dem Herzog Karl von Burgund, die Nachfolge im Reiche
zu sichern. Kam es hierbei einerseits darauf an, die deutschen
Kurfürsten für dessen Wahl schon bei Lebzeiten Maxens zu
gewinnen, so mußte andererseits auch die Zustimmung der
Kurie dazu erreicht werden, daß diese Wahl, obwohl Max nur
erwählter, nicht auch gekrönter römischer Kaiser war, dennoch
gethätigt werde.
Das war die Lage, die Luthers Gesuch an seinen Kur—
fürsten; man möge ihn in Deutschland verhören, zu Augsburg