Object: Statistik und Verwaltung mit besonderer Berücksichtigung der preussischen Verwaltungsreform

Geschichtlicher Überblick 
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er mit äußerster Energie die Schutzzollbestrebungen, insbeson 
dere die Getreide- und Viehzoll vorlagen. An allen sozialpoli 
tischen Debatten nahm er regen Anteil und trat für die Selbst 
hilfe der Arbeiter ein. Seine drei letzten Lebensjahre galten 
fast ausschließlich einer heftigen Polemik, die er auf der 
Kammertribüne, im Journal des Débats und in der Revue 
des Deux Mondes gegen den Sozialismus führte. 
Maurice Block (1816—1901), eingeborener Berliner, lebte in 
Paris und hatte die französische Staatsangehörigkeit erworben. 
Er war eine frische Kampfnatur. Seine gründlichen Sprachen 
kenntnisse befähigten ihn, die volkswirtschaftliche Literatur 
verschiedener Völker stets genau zu verfolgen. Er kannte die 
ausländische Fachliteratur besser als irgend ein französischer 
Nationalökonom. Durch lange Jahre rezensierte er dieselbe im 
Journal des Economistes, was ihm Gelegenheit gab, seinen pole 
mischen Anlagen die Zügel schießen zu lassen l ). Besonders leb 
haft bekämpfte er die deutsche historische Schule. Seine eigenen 
wissenschaftlichen Anschauungen werden durch eine strenge, 
rückständige Orthodoxie gekennzeichnet. 
Block hat neben statistischen Studien, elementaren Unter 
richtsbüchern zum Gebrauche für Volksschulen, zwei Hand 
wörterbüchern des Staats- und Verwaltungsrechts für Präfekten 
und Präfekturbeamten, ein originelles Werk unter dem Titel: 
Les Progrès de la Science Economique depuis Adam Smith — Ré 
vision des Doctrines Economiques (2 Bde. Paris 1890, 2. Ausi. 1897) 
veröffentlicht. Dasselbe ist nach dem in der liberalen Schule 
herkömmlichen Plane eines Lehrbuchs der Nationalökonomie in 
Produktions-, Umlaufs-, Verteilungs- und Verbrauchslehre ge 
gliedert. In jedem Abschnitt gibt Block zunächst eine mit reich- 
démocratiques de la question des impôts und Conférences sur le socialisme d’Etat. 
Erstere behandelt vornehmlich die Steuersysteme der italienischen .Republiken 
des Mittelalters und der Renaissance, letztere enthält eine Besprechung der volks 
wirtschaftlichen Anschauungen und der wirtschaftspolitischen Tätigkeit zeit 
genössischer Staatsmänner (Gladstone, Goschen, Bismarck, Ruzzati usw.). 
*) Im Amte des Auslandsrezensenten des Journal des Economistes folgte 
ihm Emile Macquart aus Alger, der zwar weder über die große Belesenheit und 
die scharfe Feder Blocks verfügt, noch ihm im Verständnis für fremde Gesichts 
punkte überlegen ist, dafür aber den Vorzug französischer Höflichkeit in höherem 
Maße besitzt, als sein Vorgänger.
	        
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