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noch 7 Webstühle. Dagegen erhielt nun die Stadt durch die Zu-
wanderung vieler Flüchtlinge aus den südlichen Niederlanden,
unter denen namentlich die Textilunternehmer und Textilarbeiter
durch den alten Ruf der Leidener Industrie angelockt wurden,
eine überaus wertvolle Bereicherung ihrer gewerblichen Bevölke-
rung. Diese Zuwanderung, die schon bald nach Aufhebung der
Belagerung, Anfang 1577, begann, führte hier die Industrie der
leichten Gewebe, Sayen, Grobgrün (Grosgrains) und ähnlicher
Stoffe ein; sie wurde hallenmäßig organisiert, und 1583 für die
Sayen eine Gerberei eingerichtet!). Von noch nicht 20 Pfund im
Jahre 1577/78 stieg die städtische Einnahme aus dem Sayen- und
Baien-Gewerbe auf rund 100 Pfund im Jahre 1579/80, und auf
4300 fl. 1589/90. Neue Zweige der Textilnahrung schlossen sich an,
so die Industrie von Barchent (Fustein) 1586, von Rasch 1588.
Mit der Herstellung von Draps changeants wurde 1597 begonnen?).
Alle diese Industrien standen unter Aufsicht städtischer Beamten.
Dazu kam dann die Anfertigung von Futterstoffen, Tierenteinen
(Bedermann) und anderen halbleinenen Stoffen, deren Herstellung in
Leiden bis in die Mitte des 16 Jahrhunderts zurückreichte. Die
wichtigste dieser Fabrikationen war die der Sayen, die auch die
der Grobgrüne umfaßte; um 1600 passierten die Sayenhalle mehr
als 40 000 Stück. Die Barchentindustrie belief sich um 1610 etwa
auf die Hälfte der Sayenindustrie, während an Baien jährlich etwa
I0 000 Stück hergestellt wurden.
Sowchl in den Rohstofilfen wie in der
Technik zeigte sıch seit dem Ausgang des
16. Jahrhundetrs ein völliger Wandel; die Ver-
wendung der Walkmühlen griff um sich; die längere Kammwolle
wurde für die leichten Stoffe bevorzugt. Neue Färbemittel, wie
die Cochenille, später auch der Indigo, brachten in die Färbetechnik
eine völlige Umwälzung. Schwierigkeiten bereitete die Wollbe-
schaffung; infolge der Hindernisse, die der Wollausfuhr aus den
südlichen Niederlanden erwuchsen, sah man sich auf die spanische
3) Posthumus, Bronnen, Ill, S. VITI£f. Die Einwanderer kamen vor
1580 namentlich aus Hondschoten, Brügge, Ypern (de la Court, Welvaren
van Leiden, S. 85).
?) Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Zweige dieser Fabrikation
bei de la Court, Si ı23 ff.