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in der Weise durch ziffermäßige Jnbeziehungsetzung meß- oder wäg
barer Großen zu einer gedanklichen Einheit ordnet, daß kein Phä
nomen unbeschrieben und eine Unterordnung einzelner Fülle unter
die allgemeine Regel möglich ist.
Gibt cs solche Gesetze für die Menschenwelt, sind wir über
haupt auf dem Wege, sie zu finden, haben wir auch nur den ge
ringsten Ansatz dazu? Antwort: nein. Was wir an derartigen
Gesetzen etwa im Bereich der Nationalökonomie haben, sind nur
verkappte Naturgesetze; wie etwa das Gesetz des abnehmenden Boden
ertrages. Ein Gesetz, das Menschentun, auf welchem Gebiete es
auch immer sich betätigen möge, beherrschte, also immer und allge
mein gültig wäre, gibt es kein einziges.
Der Grund für diese scheinbar seltsame Tatsache erhellt ohne
weiteres aus der Eigenart des Wissens vom Menschen, wie wir es
in seinen Grundzügen kennen gelernt haben. Wie sollte ein „Gesetz"
von allgemeiner Geltung aufgestellt werden, da doch Objekt (Stoff)
und Kräfte in der Menschheitsgeschichte unausgesetzt wechseln? Das
Fallgesetz, das Verbrennungsgesetz stelle ich auf in der stillschweigenden
Annahme, daß, so lange unsere Jrdischkeit dauert, Stoff und Kräfte
dieselben bleiben, die den Stein zum Fallen, das Holz zum Brennen
bringen und daß sie in stets derselben Wirksamkeit andauern werden.
Preisgesetze aber werden nur gelten:
1. Wenn und solange Menschen bestimmte gewandelte und
wandelbare Beziehungen zu einander eingehen (ihre Erzeugnisse auf
dem Markt gegen einander tauschen).
2. Wenn und insoweit die kaufenden und verkaufenden Men
schen eine ganz bestimmte (keineswegs immer vorhandene) Seelen
stimmung aufweisen. Das Muß des Steinfalles ist doch ein Wesens
anderes als das Muß des Käufers, einen bestimmten Preis zu
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