210 XVIII. Was für Tarife würde ich aufstellen,
gebung würde die Bürde auf die Schultern jener Leute legen,
die sie am ehesten zu tragen imstande sind; deshalb müßte auf
alle Luxusartikel eine größere Abgabe gelegt werden, als jemals
bisher darauf gelegt war. Die Annahme, daß der Gebrauch der
Luxusartikel durch höhere Abgaben ernstlich vermindert wird, ist
falsch. Gerade das Gegenteil trifft zu: einen Hauptbestand
teil des fashionablen Bedürfnisses bilden eben die
großen Kosten. Die Einfuhr verringerte sich, wenn die Ab
gaben auf Artikel gelegt würden, die allgemein bei den großen
Massen Verwendung finden, wo die Kosten stets sorgsam erwogen
werden. Doch das alles fällt nicht so bei Luxusgegenständen ins
Gewicht, die hauptsächlich Sachen des Geschmackes und der Mode
sind und die einzig und allein reiche Leute kaufen, bei denen,
der Preis keine Rolle spielt. Beispielsweise könnte eine doppelte
Abgabe auf Champagner, Spitzen, Wolle und Seide die Reichen
vor deren Kauf nicht abschrecken. Die dadurch für die Staats
einnahmen hervorgebrachte Verminderung dürfte durch die Ver
mehrung der Bevölkerung und deren Reichtum aufgewogen wer
den. Die Höhe der auf diese Weise erreichten Mehreinnahmen
würde die Sache sehr bald ausgleichen. Selbst wenn diese höheren
Abgaben den Verbrauch solcher importierten Artikel um ein Viertel
für eine Zeitlang reduzierten, würden die dadurch 1 gewonnenen
Einnahmen bei Verdoppelung der darauf gelegten Steuer
immer noch ein volles Viertel mehr ausmachen als bisher. Sollte
eine derartige Steuerpolitik eine beträchtliche Verminderung des
Gebrauches herbeiführen, dann wäre das um so besser.
Die damit verbundene Schattenseite hat, sozusagen, einen
Silberrand, denn es würde dadurch so viel Reichtum mehr für den
Einkauf heimatlicher Produkte verwendet und zumindest nicht so
viel für luxuriöses Leben ausgegeben werden.
Man darf vielleicht sagen, daß der einheimische Produzent zu
guter Letzt die allerfeinste Qualität im Textilgewerbe fabrizierte,
wenn man die ausländischen Produkte hoch einschätzte. Das mag
so sein und wäre so nur zum Nutzen des Landes; dennoch be
dürfte es Jahre und Jahre, um dahin zu kommen. Lange vorher
würde der natürliche Zuwachs der Einnahmen durch die natürliche
Vermehrung der Bevölkerung und Vermehrung des Reichtums