Full text : Dem Reichsverband der deutschen Volkswirte (R. D. V.) zur Feier seines 25jährigen Bestehens zu Berlin im Februar 1927 gewidmet von der Friedrich List-Gesellschaft

general rules to these different bodies, I cannot conceive!‘“ und an
anderer Stelle: „Every country has its particular political economy‘ 111,
Wiederum bleiben beide Begriffe der Nation faktisch ohne Entscheid
 einer Ordnung nebeneinander bestehen; nur entsprechend dem
früher Gesagten ist in der rationalistischen Denkschicht, aber auch
nur hier, für List der Vernunftbegriff der Nation dem Werte nach
der höhere, und der in einer utopischen Zeit endgültig herrschende.
Es wiederholt sich aber genau die Komplikation der vierten Stufe:
Der erste Begriff der Nation — „degre pour arriver au cosmopolitisme‘
 — erhält, wenn List auf das konkrete Verhalten wirklicher
Nationen schaut (ausgenommen England!), wieder eine den Konsequenzen
 ausweichende Erläuterung. Der begriffliche Denker und der
Mensch List fallen nicht zusammen. Die Begriffe des gedanklichen
Abschlusses Menschheit und Freihandel dürfen eben um keinen Preis
praktischen Einfluß auf das Verhalten der nachstrebenden
Nationen gewinnen, für deren Handelspolitik die beiden Systeme spezifisch
 entworfen sind. So wird der reine Gegensatz: Nation als souveräne
 ewige Machtform und Nation als ein „zur Zeit noch‘ bestehender
 Zwischenzustand in dem ersten Gliede in allen konkreten Äußerungen
 voll aufrecht erhalten. Das zweite Glied dagegen wird in der
praktischen Anwendung zu einem Kompromiß abgeschwächt; das Ziel,
sich der Universalunion anzunähern, wird zumindest eingeschränkt
durch das „soweit es die besonderen nationalen Interessen erlauben‘.
Daß dieser zweite Begriff der Nation fast ausschließlich und überall
 allein zitiert wird, ändert nichts an der Tatsache, daß er in der
Systematik der Werke Lists, im Gegensatz zu seinem persönlichen
Erleben. eine geringe Rolle spielt.

Der dritte Begriff.
Die Preisschrift und das Nationale System erhalten vielmehr ihre
Struktur durch einen dritten wiederum mehr rationalen Begriff der
Nation: die Normalnation. Es ist der begriffliche Reflex der
nation predominantel!2?, die auch in dieser Form das allgemeingültige
[deal aller berufenen Völker wird. Zu ihr gehört das große „wohlarrangierte
 Territorium“ 113, das eventuell durch einen legitimen Krieg
erst herzustellen ist, große Bevölkerung, reiche mannigfaltige Naturschätze,
 ein vollständiges Flußsystem (kleine Völker sollen sich zusammenschließen
 oder anschließen), Landwirtschaft und Industrie
innerhalb des einheitlichen politischen Körpers.
Offenbar ist dieser Begriff der Nation gänzlich verschieden von den
beiden zuerst genannten Definitionen. Mit dem Bilde der „in sich
vollkommenen Nation“, „der zweiarmigen Nation“, wie die Normalnation
 auch genannt wird, durchleuchtet List die Geschichte; weil
lie italischen Städte, die Hansa, die Niederlande u. a. gegen dieses
Gesetz der Normalität fehlten, blieb ihnen die dauernde Entwicklung
versagt.
Gleichförmig ist das Ziel aller normalmäßigen Nationen der gemäßigten
 Zone: .... daß eine Nation um so reicher und mächtiger
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