Die — indexmäßig betrachtet — verhältnismäßig geringe Steige-
rung der Kosten hat vornehmlich ihren Grund in der Tatsache der
Kosteneinsparung durch die Rationalisierungs- und Mechanisierungs-
maßnahmen.
Von den Durchechnittsgestehungskosten je Tonne entfallen auf
die Betriebskosten. .
die Verwaltungskosten
1911 1926
M 11,20 RM 18,98
„0,68 „1,18
M 11,88 RM 15,08
Die Betriebskosten sind demnach um 24,4°% je Tonne gestiegen,
während die Erhöhung der Verwaltungskosten (Steuern, Zinsen und
Handlungsunkosten) 82,5 °, ausmacht.
Die verhältnismäßig hohe Steigerung der Verwaltungskosten hat
folgende Gründe:
Kosteneinsparungen an den Handlungsunkosten durch Rationali-
sierung sind! — absolut — kaum möglich.
Die Steuern sind erheblich angewachsen; sie betragen bei vielen
Werken mehr als 200° der Vorkriegsbelastung.
Die Zinsen sind erheblich gestiegen durch Aufnahme von fremden
Mitteln zur Investierung von Maschinen usw. und durch die Zinsfuß-
steigerung.
Bei den Betriebskosten ergab sich 1926 gegenüber 1913 eine Stei-
gerung der
Personalkosten (Löhne, Gehälter, soziale Lasten) um 154”
Kraftverbrauchskosten -
Spreneostoffkosten - «
AL
_ Sehr bemerkenswert ist die große Steigerung der sozialen Lasten,
die — auf die Tonne Förderung bezogen — sich auf 1,45 RM. beziffert.
In der Vorkriegszeit betrug der Anteil der sozialen Lasten an den
Betriebskosten im Durchschnitt etwa 4 bis 6°, während in 1926 etwa
15 bis 17 °% der Betriebskosten auf die sozialen Lasten entfallen.
_ Die Steigerung der Kraftverbrauchskosten hat einmal ihre Ursache
in der stärkeren Verwendung von Kraftmaschinen und in der Teufen-
zunahme, zum anderen in der unverhältnismäßigen Strompreissteigerung
durch kommunale Monopolisierung der Elektrizitätswerke.
__ Ferner ist bei der Beurteilung der Kostensteigerung zu berück-
Sichtigen, daß sich in den Ziffern für 1926 die Anlaufszeit mit ihren
verhältnismäßig höheren Kosten auswirkt. Die Kosten für die ersten
Monate in 1927 wiesen bereits durchweg eine sinkende Tendenz gegen-
über dem Durchschnittssatz von 1926 auf.
In der Ungleichheit zwischen der Steigerung der Kosten einerseits
und der Erlöse andererseits ist auch das Anwachsen der Anzahl der
Werke, die mit Verlust arbeiten, begründet.
Von den erfaßten 27 Werken schließen in 1926 16 mit Gewinn und
11 mit Verlust ab (unter Einrechnung der Absatzprämie und ohne Ein-
beziehung der Abschreibungen), während die in 1913 erfaßten 20 Werke
bis auf ® Werke Gewinne ausweisen.
1729