Sachverständiger Wenzel: Die Gruben verkaufen alle durch den
Siegerländer Verein, der die Preise von Monat zu Monat oder von Quar-
tal zu Quartal, früher in noch längeren Zeiträumen, festsetzt. Der
Verein verkauft die Erzeugung zu diesen festen Preisen unmittelbar an
die Hütten. Der Erzhandel hat damit nichts zu tun.
Bernhard: Und der Siegerländer Verein ist nicht Eigenhändler?
Sachverständiger Wenzel: Er verkauft für eigene Rechnung,
U. h. für Rechnung seiner Vereinswerke.
Bernhard: Die Frage ist, ob er als Eigenhändler auftritt.
Sachverstäniger Benjamin: Er ist keine Ertragsgesellschaft;
er verkauft für die ihm angeschlossenen Mitglieder.
Bernhard: Nun will ich einmal den Fall annehmen, es würde
sich bei einer schlechten Eisenweltkonjunktur” ergeben, daß ein Über-
schuß vorhanden ist, daß z. B. nicht der gesamte Ertrag aller Gruben
verkauft werden könnte. Was würde dann geschehen? Würde eine
Fördereinschränkung vorgenommen?
Sachverständiger Wenzel: Jawohl. Ich verstehe, worauf die
Frage hinauswill. Sie meint, man könne die Konjunkturschwankungen
überbrücken, indem man mehrjährige Verträge macht. Das kann man
selbstverständlich. Dann bekämen die Gruben, ob die Konjunktur gut
oder schlecht ist, immer denselben Preis. Wenn dieser Preis nun so
wäre, daß sie davon leben könnten, dann wäre alles gut. Aber der
Preis, den sie erzielen können, liegt eben unter den Gestehungskosten,
wenn sie eine angemessene Abschreibung mit einkalkulieren. Die
Gruben können vielleicht zwei oder drei Jahre fördern, indem sie alles
herausholen, indem sie nur ausbeuten, aber sie können die Gruben nicht
auf den Stand erhalten, wie es erforderlich ist:
Bernhard: Wir haben vorhin gehört, daß nur noch ein kleiner
Teil der Produktion an Erzen in freien Händen ist. Bei den angeglie-
lderten Werken tritt zunächst eine Subvention durch die Allgemeinheit
nicht in die Erscheinung. Die Frage ist natürlich, wie weit sie indirekt
wieder dadurch hervortritt, daß sie infolge der Preisgestaltung bei den
Werken auf die Konsumenten überwälzt..wird.
Sachverständiger Benjamin: Ich würde z. B. auch keinen Unter-
schied. machen zwischen einer freien Grube und einer Grube, die zu-
fälligerweise einem großen Eisenwerk angeschlossen ist. Man muß
doch den Erzbergbau losgelöst als ein einzelnes Objekt betrachten.
Man kann unmöglich von dem Eisenwerk beanspruchen, daß es seine
Siegerländer Grube mit Verlust betreibt.
Sachverständiger Wenzel: Beim Siegerländer Bergbau war vor
dem Kriege nur ein ganz verschwindender Teil der Gruben in den
Händen der rheinisch-westfälischen Werke. Die Siegerländer Werke,
die dort wurzeln, hatten natürlich auch ihre Gruben. Der Ankauf der
Gruben durch Rheinland-Westfalen geschah erst im Kriege.
Vorsitzender: Welche Stellung nimmt die Trafikaktiebolaget
Grängesberg-Oxelösund auf dem internationalen Eisenerzmarkt ein?
‘84