Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Verkehrsstatistik abgesetzt. Für Ostoberschlesien, wo das nicht mÖöglich.
 war, handelt es sich nur um geringe Mengen.
Auf Fe-Einheiten bezogen, wurden also ım Jahre 1913 rund 60 °%,
und 1926 rund 20°, durch inländische Erze gedeckt, während durch
ausländische Erze 1913 rund 40 und 1926 rund 80 °/ des Bedarfs befriedigt
 wurden. Die Einfuhr von Eisenerzen betrug dementsprechend
im Durchschnitt der Jahre 1909—1913 für das deutsche Zollgebiet
alten Umfanges rund 11 Mill. t mit einem Eisengehalt von rund 6 Mill. t.
{m Jahre 1925 wurden 11,5 Mill. t mit einem Eisengehalt von 6,2 Mill. t
eingeführt.
Bei dieser Berechnung ist die verschiedene industrielle Verwertbarkeit
 der einzelnen Auslandserze nicht berücksichtigt; Diese hängt,
abgesehen vom Eisengehalt, in erster Linie von dem Gehalt an Mangan
und Phosphor sowie an Kieselsäure ab. Wichtig ist die Menge des
Phosphorgehalts, da hohe Phosphorhaltigkeit für die Erzeugung von
Thomasroheisen, niedriger Phosphorgehalt und hoher Mangangehalt für
die Erzeugung bestimmter anderer Roheisensorten besondere Vorteile
 hat.
Bei der Bedeutung des Thomas-Stahlprozesses, der trotz der mengenmäßigen
 Steigerung der Siemens-Martin-Stahlgewinnung die eigentliche
Grundlage der deutschen Stahlerzeugung bildet, ist eine Unterscheidung
von Erzen mit verhältnismäßig hohem Phosphorgehalt und solchen ohne
ihn in der nachfolgenden Untersuchung erforderlich, um so. mehr, als die
Marktverhältnisse für die beiden Erzgruppen nicht durchaus gleichgeartet
 sind.
Während bis zum Kriegsende die deutsche Eisenwirtschaft die hochphosphorhaltigen
 Eisenerze Lothringens und Luxemburgs (Minette) im
eigenen Wirtschaftsgebiet zur Verfügung hatte, wird: hochphosphorhaltiges
 Erz im heutigen deutschen. Gebiet nur an zwei Stellen und in
geringen Mengen gefördert und an Ort und Stelle verhüttet!). Fast die
gesamte deutsche eisenerzeugende Industrie ist also bei phosphorhaltigen
Erzen auf die verschiedenen ausländischen Gebiete angewiesen. Auch
der übrige Bedarf an Eisenerzen wird zu einem großen Teil aus dem
Auslande eingeführt. Die Entwicklung der Einfuhr geht aus der nachstehenden
 Aufstellung hervor.

Die Einfuhr von Eisenerzen nach Deutschland
auf ungefähren Eisengehalt umgerechnet in 1000 *.

Jahr

Durchschn.
1909/18
1918
1925 ,
1926
1927

Frankreich

_ Belgien,
imxembure

Schweden,
Norwegen

Zusammen

Andere
Länder

370,8 118,7 2995,5 8210,0 2428,38
410,0 63,6 2984,6 4408,2 2651,9
408,8 109,5 4475,7 4994,0 275,4
537,2 | „86,9 3566,83 4186,4 872,2
966,8 87.9 5861.41 6415.8 929886

*) Im nachfolgenden wird davon abgesehen, auf die individuellen Verhältnisse
der beiden Werke einzugehen, die nicht als typisch für die deutsche Eisenwirtschaft
anzusprechen sind.

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