bereitet etwa. 6 bis 9% Mangan enthält, allein einen Bedarf von rund
140 000 t Mangan decken. Von den ausländischen Manganerzen haben
die größte Bedeutung die kaukasischen und brasilianischen Erze,
Die Bedeutung, die dem Bezug von ausländiechen Eisenerzen zu-
kommt, ist also nicht einheitlich. Bei den phosphorhaltigen Eisenerzen
muß nahezu der gesamte Bedarf aus dem Auslande befriedigt werden,
während die erforderlichen Eisenmanganerze wenigstens zu einem Teil
im Inlande gefördert werden können. Eine Deckung der gesamten
deutschen Nachfrage an KEisenerzen, Eisenmanganerzen und Mangan-
erzen aus inländischen Gruben ist unmöglich. Somit besteht die Frage,
ob der deuteche Bedarf an Eisenerzen jederzeit ausreichend! und unter
Bedingungen befriedigt werden kann, die eine internationale Konkurrenz-
fähigkeit der deutschen eisenerzeugenden Industrie im Inland und Aus-
land gewährleisten. Es ist also nicht nur zu prüfen, ob der deutschen
Nachfrage ein ausreichendes Angebot gegenübersteht, sondern auch, ob
zu Preisen und Bedingungen, die nicht von vornherein die Konkurrenz-
fähigkeit der deutschen Eisenindustrie beeinträchtigen, Für die letzte
Frage ist von besonderer Bedeutung, daß die internationale Zusammen-
schlußbewegung im Erzbergbau, insbesondere in den Gebieten, die für
die Versorgung der europäischen Eiseninduetrie üblicherweise dienen,
ständig zunimmt und damit zwar nicht eine Verengung des mengen-
mäßigen Angebots auf dem Markt, wohl aber eine Verminderung in der
Zahl der Anbieter und eine Stärkung ihrer Machtstellung eintritt.
Nach den Auskünften der Sachverständigen ist das Angebot an
Eisenmanganerzen und Manganerzen genügend.‘ Bei phosphorhaltigen
Erzen sprechen die Sachverständigen mit Besorgnis über die zukünftige
Entwicklung. Als Gründe eines gewissen Mangels wurden die Ausfuhr-
kontingentierung für schwedische Erze und der beschränkte Abbau in
dem Erzbergbau Frankreichs angegeben. Ein kritischer Überblick über
die Gesamtlage führt zu dem Schluß, daß zur Zeit in Produktions-
abschnitten ohne außergewöhnliche Hochkonijunktur von einem aus-
gesprochenen Mangel kaum die Rede sein kann. Wenn bei Hoch-
konjunktur der eisenerzeugenden Industrie in verschiedenen Gebieten
oder auch nur in einem einzigen, aber sehr wichtigen Erzeugungs-
gebiet eine Verknappung eintritt, so kann sie, sobald man die auf lange
Zeiträume berechneten Förderdispositionen des Erzbergbaus in Berück-
sichtigung zieht, nicht ale besonderes Symptom einer ausgesprochenen
Erzknappheit angesehen werden, sondern entspricht Verhältnissen, die
auch in anderen Industriezweigen unter ähnlichen Umständen einzutreten
pflegen. Dabei ist die Erzversorgung der europäischen Eisenindustrie
allerdings auch dadurch beeinflußt worden, daß zu der europäischen
Erzeugungsfähigkeit an Eisen, wie sie vor dem Kriege bestand, neben
dem sonstigen Zuwachs die in Deutschland neugeschaffene und im letzten
Jahre voll ausgenutzte Erzeugungsfähigkeit hinzugekommen ist. Daß
sich diese in erster Linie auf den Thomasprozeß stützt, muß in diesem
Zusammenhang in Betracht gezogen werden. Die Preise in den ver-
schiedenen. Fördergebieten hängen selbstverständlich in einem bestimm-
ten Verhältnis von den Förderkosten ab; hier war, soweit es sich um
ausländische Gebiete handelt, ein Einblick nicht möglich.