Die Förderung an Eisenerzen im Deutschen Reich
Eisengehalt
in 1000 +
Durchschnitt 1909/13:
altes Gebiet ] .,.... 4)
neues Ru
[a
1925 .
1926 .
A
.
3281)
2681)
247
231
182
9,402
2.154
1,442
1,892
1.545
Wie die Förderung ist auch die Zahl der Abbaubetriebe im Reichs-
gebiet heutigen Umfanges von 263 mit einer Belegschaft von rund 25 000
Mann im Jahre 1913 auf 162 mit einer Belegschaft von rund 14 000
Mann im Jahre 1926 zurückgegangen, in erster Linie infolge der Ent-
Wicklung des Siegerlandes und des Lahn-Dill-Bezirkes, in denen der
größte Teil des deutschen Erzes gefördert wird. Ihnen gegenüber haben
die übrigen Gebiete, auch der subherzynische und der oberpfälzische
Bezirk, nur örtliche Bedeutung. Von der Gesamtförderung entfallen
jährlich nahezu 4 Mill. t (Erzgewicht) auf das Siegerland und den Lahn-
Dill-Bezirk, auf das Siegerland rund 2,3 Mill. t, auf das nassauisch-
hessische Gebiet rund 1,5 Mill. t.
In Übereinstimmung mit dem überwiegenden Anteil der beiden
Bezirke an der deutschen Erzförderung hat sich die Untersuchung in
erster Line auf sie erstreckt. Die Ausführungen des Berichtes be-
schränken sich daher ebenfalls auf diese beiden Gebiete.
Das Siegerland und Lahn-Dill-Gebiet hatten in den letzten
Jahren als Notstandsgebiete das Interesse der Allgemeinheit und der
Verwaltung in besonderem Maße. Es ist bekannt, daß sie für eine Zeit-
Spanne, die mit dem Juni 1926 begann und mit dem September 1927
endete, eine staatliche Beihilfe bezogen haben. Die Vernehmungen, die
dem Bericht zugrunde liegen, eind nach Beendigung der staatlichen
Hilfsmaßnahmen erfolgt. Es war durchaus begreiflich, daß von den
Sachverständigen die als augenblicklich bezeichnete Notlage, die Wir-
küng der Subventionen und die Möglichkeit weiterer Maßnahmen zur
Beseitigung des Notstandes besonders betont und die gesamtwirtechaft-
lichen und sozialen Verhältnisse der beiden Bezirke zur Begründung
herangezogen worden sind, Diese Erwägungen, deren Bedeutung keines-
wegs unterschätzt werden darf, mußten innerhalb der Aufgabe, die Roh-
Stoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie zu unter-
suchen, bis zu einem gewissen Grade zurücktreten. Zur Erfüllung der
Aufgabe konnte darauf verzichtet werden, in eine eingehende Selbst-
kostenerhebung für dem Erzbergbau der beiden Gebiete einzutreten. Die
genaue Höhe der Selbstkosten in ihrem heutigen Stand und die Unter-
suchung der einzelnen Kostenfaktoren erübrigte sich, weil die Lage
dieses Bergbaues sich aus wenigen Gesamtzahlen zutreffend beurteilen
1) Nur 1918.
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