Full text: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

läßt. Dazu stand der Bericht des Sachverständigen Dr. Adler zur Ver- 
fügung, den dieser auf Grund von eingehenden Untersuchungen im Be- 
ginn des Jahres 1927 in behördlichem Auftrage erstattet hatte. Selbst 
wenn inzwischen gewisse Abweichungen von,den damals geltenden 
Kosten und Erlösen eingetreten sind, sei es als Folge von Lohnverände- 
rungen, Veränderungen des Zinsniveaus, der Preishöhe oder aus anderen 
Gründen, so hat doch das Gesamtverhältnis von Kosten und Erlösen und 
die Zusammensetzung der Kosten keine grundsätzliche Änderung er- 
fahren. Sowohl die Aussagen der Sachverständigen als auch die gon- 
stigen Unterlagen ließen erkennen, daß eine grundlegende Wandlung sich 
nicht vollzogen hat, und daher von einer nochmaligen Einzelerhebung 
absehen. 
Bei dem wichtigsten Gebiet, dem Siegerland, handelt es sich um 
einen der ältesten Erzbergbaubezirke Europas. Die ungünstige wirt- 
schaftliche Lage ist eine Folge des Alters des Reviers, hinzu kommen 
schwierige geologische Bedingungen und ein verhältnismäßig wenig 
günstiger Standort. Mit den natürlichen Gegebenheiten treffen alle die 
Einwirkungen zusammen, die aus den allgemeinen und wirtschaftlichen 
Verhältnissen der letzten Jahre herrühren. Bei der Beurteilung der Lage 
des Bezirkes ist daher zu unterscheiden zwischen den natürlichen Ge- 
gebenheiten, die, entsprechend dem allgemeinen Schicksal bergbaulicher 
Betriebe, daß die Erhaltung der Leistung bei größeren Teufen und ver- 
längerten Wegen nur mit steigenden Aufwendungen möglich ist, zumeist 
nur mit erhöhten Kosten zu bessern eind, und den wirtschaftlichen Be- 
dingungen, die eine Folge der allgemeinen Verhältnisse und durch Ver- 
waltungsmaßnahmen beeinflußbar sind. 
Die Rentabilität des Bezirkes geht aus der Gegenüberstellung her- 
vor, die Herr Dr. Adler in seinem Gutachten ermittelt hat. 
Eat 
1918 1926 
M. ie t RM. jet 
Die Durchschnittsgestehungskosten betrugen ohne Ab- 
schreibungen . 200 
Die Durchschnittserlöse stellten sich auf (1926 einschl. 
RM. 2,— Absatzprämie) ....... 
Die Durchschnittsgewinne bezifferten sich demnach auf 
11.838 
15,08 
13,09 | 15,57 
1,26 | 0.49 
Dabei ist in die Erlöse für das Jahr 1926 die Absatzprämie von 
2 RM. eingerechnet, die als Beihilfe von seiten der öffentlichen Ver- 
waltungen geleistet wurde. Ohne diese Unterstützung würden also die 
Erlöse die Deckung der laufenden Betriebs- und Verwaltungskosten nicht 
ermöglicht haben. In den von Herrn Dr. Adler ermittelten Durch- 
schnittsgestehungskosten sind der Kapitaldienst für das eigene Kapital 
der Unternehmungen und die Abschreibungen nicht enthalten. Will 
man aber die Spanne zwischen Erlösen und Gestehungskosten richtig 
beurteilen, so müssen in Übereinstimmung mit der eigenen Auffassung 
der Sachverständigen diese beiden Aufwendungen als Teile der Ge- 
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