Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Im Eisenbahnbau ist das Lebensalter. der Schienen und Schwellen
durch technische Verbesserungen, z. B. durch schwerere Profile, verbesserte
 Schienenbefestigungen usw., wesentlich erhöht worden. Ähnliche
 Verbesserungen sind bei allen von der Eisenbahn verwendeten
Materialien in die Wege geleitet worden. Dazu kommt noch, daß alte
Eisenbahnschienen und Eisenbahnschwellen vielfach noch als Stützen für
den Bergbau, in Steinbruchbetrieben, für Zäune und ähnliche Zwecke
Verwendung finden.
Ähnliches trifft sowohl für Eisenhochbauten als auch für Maschinen,
Apparate und alle sonstigen industriellen Anlagen zu. Daß Brücken,
namentlich die neuen, eine viel längere Lebensdauer als 25 Jahre haben,
ist selbstverständlich. Ebenso. liegen die Verhältnisse bei sonstigen
Hochbauten, z. B. für Hochofenaufzüge und Gerüste, die zum Teil nach
viele Jahrzehnte langem Gebrauch noch ‘betrieben werden. Während
früher eine Maschine, sobald sich ihre Verwendung wegen technischer
Verbesserungen nicht mehr als wirtschaftlich erwies, oder wenn sie
abgenutzt war, verschrottet wurde, besitzt die Technik heute mehr
Maschinen von Standardtypen, die erheblich länger als solche älterer
Bauweise benutzt werden können. Ferner bezogen die Konstruktionswerkstätten
 früher nur für ganz bestimmte Zwecke Eisen in abgepaßten
Längen und schnitten sich ‚im übrigen alle Eisenteile selbst zurecht; infolge
 der Rationalisierung wird heute überall, wo es irgendmöglich ist,
nur auf Maß zugeschnittenes Material bezogen. Das trifft ebenso zu für
den Brückenbau wie für die Blechverarbeitung, in gewissem Umfange
auch für den Maschinenbau, bei dem ‚neben Stahlechrott erhebliche
Mengen von Gußbruch entfallen. Infolgedessen entstehen heute viel
geringere Abfallmengen als früher.
Auch die Lebensdauer des im Hausbau verwendeten Eisens hat; sich
verlängert; es erscheint erst nach Abbruch der Gebäude, oft erst nach
hundert Jahren, wieder, Das für Betonbauten verwendete Moniereisen
kehrt überhaupt nicht mehr als Schrott zurück, weil sich das Zerschneiden
 der Betonblöcke und das Herausnehmen des Moniereisens wirtechaftlich
 nicht lohnt. Da der Betonbau immer mehr in Aufnahme gekommen
ist, sind es nicht unbeträchtliche Mengen, die hier verlorengehen. Es
mag auch noch erwähnt werden, daß die Schrottmengen von Gebrauchsgegenständen,
 die mit einem Überzug, z. B. Emaille, versehen sind, vollständig
 für das Wiedereinschmelzen ausscheiden. Die hierfür in Betracht
 kommenden Mengen sind größer, als allgemein angenommen wird.
Ferner nimmt die Verwendung von Eisen in Verbindung mit Leichtmetallen
 größeren Umfang an; dieses Eisen kann, wenn es ausgedient
hat, nicht mehr zur Herstellung von Neueisen verwendet werden. .
Durchden Verlust von Elsa ß-Lothringen,Posen,
Westpreußen, Oberschlesien, Nordschleswig und
Eupen-Malmedy sowie den Übergang Luxemburgs
unddes Saargebiets infremde Zollgebietesind uns
ferner große Schrottentfallgebiete verlorengegangen.,
 Hierbei handelt es sich nicht nur um ausgedehnte Eisenbahnanlagen,
 sondern vor allem um zum Teil industriell sehr hoch ent-297


            
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