Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

stahlgewinnung Frankreichs der französische Schrottpreis seit Beginn
les Jahres 1925 dauernd gefallen ist, und zwar bis zum. Sommer 1926.
Frankreichs Stahlgewinnung beruht zu fünf Siebentel auf der Verarbeitung
 von Thomasroheisen und nur zu zwei Siebentel auf Siemens-Martin-Stahl-Erzeugung,
 zu der Schrott herangezogen wird. Frankreichs
 Schrottentfall ist im Wachsen begriffen, und zwar dank den
Frankenwertes aus!). Dazu kommt ferner, daß, wie oben erwähnt, mit
steigenden Walzwerksleistungen und dem dadurch schon viel größeren
Entfall an frischem Walzwerkseschrott. Ein starker Einfluß auf den
‘ranzösischen Schrottpreis ging von der Entwicklung des französischen
der steigenden Walzwerkserzeugung Frankreichs, die fast drei Viertel
auf der Thomasherstellung fußt, der Schrottentfali zunimmt.
Der französischen Frankeninflation und dem
Frankendumping auf dem Auslands- wie Inlandsmarkt
 ist es auch im wesentlichen zuzuschreiben,
laß 1924 bis 1926 bis zum englischen Kohlenbergarbeiterstreik
 der deutsche Eisenmarkt, der Inlands-
 und Auslandsabsatz und damit zugleich die
inländische Stahlgewinnung sowieder Schrottverbrauch,
 also damit auch der heimische Schrottpreis,
 auf das nachdrücklichste beeinflußt worden
 ist.
Daß im übrigen ein enger Zusammenhang zwischen der deutschen
Schrottpreisentwicklun g und der Entwicklung der deutschen
Siemens-Martin-Stahlherstellung besteht, was ähnlich
auch in England und Amerika in gewissem Maße Tatsache ist, goll hier
nur angedeutet werden?).
Die deutsche Schrottpreiskurve®*) zeigt große Ausschläge,
 je nach der Beschäftigung der Stahlwerke, die wiederum von
dem Eingang der Aufträge abhängt. Schon die Zunahme der Auftragseingänge
 für Neueisen kann bei geringen Schrottvorräten dahin führen,
laß der Schrottmarkt in Bewegung gesetzt wird, wenn mit der Hereinnahme
 von Walzeisenbestellungen die Ausgabe von Schrottbestellungen
Hand in Hand geht. Hierauf stellen. sich die Händler und schrottabgebenden
 Werke sofort ein. Fabriken, die Schrottentfall haben, halten
in Erwartung steigender Preise den Schrott zurück, und der Schrottgroßhandel
 versucht mit Hilfe des Kleinhandels, seiner Aufkäufer und
der kleinen Sammler, seinen Schrottbestand. zu vergrößern und mit dem
Verkauf gleichfalls zurückzuhalten, bis der erwünscht erscheinende Preis
erzielt werden kann.
So macht sich die Spekulation in weitesten Kreisen eine
größere Schrottnachfrage zunutze; ebenso nutzt sie selbstverständlich
 Frachtunterschiede sowie Zeiten der Roheisenknappheit aus.
Dadurch, daß der Schrott eine gewisse Zeit dem Markte entzogen
 werden kann. wird der Preis in die Höhe getrieben. Aus

1) Vgl. Abb. 7 8.346,
?) Vgl. Abb. 8 S. 347.
“ Vgl. Abb, 9 S, 849 u. Anl. 13 S. 386.

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