Full text: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

ist. „Bezug im Lokalverkehr“ heißt im Sinne der Güterbewegungs- 
statistik: Empfang aus denjenigen Verkehrsbezirken, innerhalb deren die 
betreffenden, Stahlwerke gelegen sind. 
Zieht man für die Betrachtung eine Grenze bei etwa 200 km Ent- 
lernung von den schrottverbrauchenden Werken, dann erhält man fol- 
zendes Bild: 
(nnerhalb von 200 km deckten von ihrem Schrottbedarf: 
Sachsen... 
Ruhrgebiet . ........... 
Siegerland ............. 
Yberschlesien ...... 
Über die 200 km-Zone mußten zur 
)berschlesien bei ......... 
Siegerland bei........... 
Ruhrgebiet bei. .......... 
Sachsen bei. 0... 
1918 
WA 
839,2 
37,8 
77,7 
518 
1925 
vö‚ 
90,7 
88,5 
78,1 
45,51) 
Bedarfsdeckung hinausgreifen: 
1913 
9 
18,7 
22,8 
12,7 
10,8 
1925 
% 
54,5 
; 21,9 
11,5 
9,8 
Hinsichtlich der Schrottversor gungsgebiete sind fast 
für alle Stahlerzeugungsbezirke im Jahre 1925 gegenüber der Vorkriegs- 
zeit gewisse Veränderungen eingetreten. Am geringsten sind sie 
im Siegerland, das in der Nachkriegszeit sowie früher fast genau 
lenselben Anteil seines Schrottbedarfe innerhalb einer 200 km-Zone 
decken kann. Ähnlich liegen die Verhältnisse für das R uhrgebiet 
und für Sachsen, Diese Bezirke vermögen rund 90 % ihres Schrott- 
vedarfs in einem Umkreis von 200 km zu decken. Eine erhebliche Ände- 
rung hat jedoch die Schrottversorgung Oberschlesiens erfahren. 
Während Oberschlesien in der Größe der Vorkriegszeit über 
51 %, also etwas mehr als die Hälfte seines Schrottbedarfs, innerhalb 
eines Umkreises von 200km decken konnte, hat eich durch den Verlust 
Jstoberschlesiens und der Provinz Posen dieser Anteil auf 45,5'% ver- 
ringert, Sachsen und das Siegerland haben nicht nötig, in ihrem 
Schrottbezug über eine 300 km-Zone hinauszugreifen. Das Siegerland 
stößt bei einer Entfernung von etwa 200km auf die belgische Grenze. 
Riesa in Nordsachsen und Gröditz in der Lausitz erreichen schon inner- 
halb von 100 km die tschechische Grenze, andere sächsische Stahlwerke; 
wie Pirna a. d. Elbe und Freital bei Dresden, schon innerhalb von 45 bis 
60 km. Das Ruhrgebiet hat bereits bei 50 km die holländisch-belgische 
Grenze, Alle drei genannten Gebiete aber können im übrigen aus allen 
Richtungen aus Deutschland ungehindert Schrott beziehen, während 
sich für Oberschlesien, das im äußersten Zipfel Schlesiens liegt, nur in 
ler Enge eines schmalen Kreissektors Bezugsmöglichkeiten aus Deutech- 
') Berichtigung s. S. 400. 
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