Object: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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verfolgte die Entstehung des neuen Werkes mit größtem Interesse. 
Es erschien im Jahre 1864 unter dem Titel: „La reforme sociale 
enFrance, deduitedel’observationcomparee despeupleseuropeens“. 
Le Play trägt in sieben Kapiteln seine Sozialreform vor: Keligion, 
Eigentum, Familie, Arbeit, Genossenschaft, private Beziehungen, 
Staatsgewalt. Dieses Werk ist aber nicht nur aus eigenen Beob 
achtungen hervorgegangen, sondern beruht zum großen Teil auf ge 
schichtlichen Studien. 
Die übrigen Werke Le Play’s sind eigentlich nur besondere Be 
arbeitungen einzelner Teile aus der „ßefonne sociale“. Namentlich 
gilt dies von dem Werke „L’organisation du travail“, das Ende des 
Jahres 1869 auf Wunsch des Kaisers Napoleon entstand und schon 
im Anfang des Jahres 1870 die beiden ersten Auflagen erlebte. Ein 
weiteres Werk „L’organisation de la famille“ wurde 1870 geschrieben 
und erschien nach dem Kriege. Eine Ausarbeitung des 7. Kapitels 
der „Reforme sociale“, das die Staatsgewalt behandelt, ist das Werk 
„La Constitution de l’Angleterre“, dessen 2. Auflage schon 1875 
erschien. 
Im Jahre 1871 erschien ein aktuelles Werkchen: „La paix 
sociale apres le desastre“, das eine Antwort geben soll auf „An 
fragen zwischen dem 4. September 1870 und dem 31. Mai 1871“. 
Weiter sind noch zu erwähnen: La correspondance sociale (1875). — 
La reforme en Europe et le salut en France (1875). — La question 
sociale au XIX e siede (1879). — La Constitution essentielle de 
l’humanite (1881). — Das letzte Werk Le Play’s faßt seine Reformen 
in kurzer Form zusammen. 
Der „Reforme sociale en France“, die doch die aus den Mono 
graphien der „Ouvriers europeens“ sich ergebenden Lehren ver 
öffentlichen sollte, wurde der Vorwurf gemacht, daß sie ohne jede 
sichtbare Beziehung zu diesem Urmaterial stehe. Le Play selbst 
hielt das für einen Fehler, den er in der 2. Auflage der „Ouvriers 
europeens“ (1877/79) zu beseitigen suchte. Zunächst wurde das Werk 
durch die inzwischen neu aufgenommenen Familien-Monographien 
ergänzt, deren Zahl von 36 auf 57 wuchs. Jeder der sechs Bände 
der neuen Auflage sollte unabhängig von den anderen sein und doch 
zugleich einen Überblick über das ganze Werk geben; jeder Band 
sollte dem Leser genügen, um das Ganze zu überschauen. Deshalb 
mußte neben der besonderen Aufgabe eines jeden Bandes noch zu 
gleich auf die Ursachen der wachsenden sozialen Störungen in Europa 
eingegangen werden, damit am Schlüsse die Prinzipien und die ersten
	        
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