Full text: Die Einrichtungen der preußischen Landkreise auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft

die Kreisverwaltung, eine gewaltige wirtschaftliche Tätigkeit zu 
entfalten. Name und Form ist dabei von verhältnismäßig geringer 
Bedeutung. Kreiswirtschaftsamt, Kreishandelsamt, Kaufmännische 
Wirtschaftsstelle oder auch bloß Geschäftsabteilung der Kreisver 
waltung — in jedem Falle wird das Schwergewicht beim Kreise 
liegen. Besondere Schwierigkeiten machte dabei der Geld- 
tz e r k e h r, der Umsätze hervorrief, wie sie naturgemäß dem son 
stigen Verwaltungsbetriebe gänzlich unbekannt waren. Man hat 
sich daher in wachsendem Umfange entschlossen, diesen Verkehr aus 
der Kommunalkasse ganz herauszulösen und — gegebenenfalls 
unter Überweisung eines Betriebsfonds — -besonders aufzubauen, 
dann meistens nicht karnevalistisch, sondern nach kaustnännischen 
Grundsätzen und unter starker Betonung der bargeldlosen Zahlung. 
Nicht unbeachtlich sind dabei die in den Kreisen Hameln und Burg- 
dorf beobachteten Verfahren. In Hameln einigte sich die 
Schlachtviehstelle des Kreises mit der Landesgcnossenschaftskasse 
(der Bankanstalt des Hannoverschen Vi-ehhandelsverbandes) 
dahin, sämtliche Geldanstalten des Kreises Hameln bei dieser Geld 
bewegung zu berücksichtigen und letztere auf bargeldlose Weise 
durchzuführen. Das Verfahren sieht vor: 1. die Umbuchung der 
anfallenden Erlöse von dem Konto des Viehhandelsverbandes auf 
das bei der Landesgenossenschaftskasse geführte Konto der Schlacht 
viehstelle Hameln sowie 2. die Abbuchung der Teilbeträge 
von dem Konto der Schlachtviehstelle und a) deren Übernahme 
auf die bei der Landcsgenossenschaftskasse geführten Konten der 
19 Spar- und Darlehnskassen, b) deren Überweisung auf die 
Konten der drei öffentlichen Sparkassen bei der Sparkassen-Giro- 
zentrale, c) deren Überweisung auf das Reichsbank-Girokonto 
der zwei Privatbankanstalten. Diese Geldanstalten erkennen auf 
Grund von Verzeichnissen, die ihnen die Schlachtviehstclle monat 
lich zweimal zustellt, die bereits bei ihnen bestehenden Konten der 
Viehverkäufer und zahlen den Rest nur auf Wunsch der letzteren 
in Bargeld aus. Dem Verfahren haben sich einige hannoversche 
Kreisverwaltungen angeschlossen. 
In Burgdorf haben die einzelnen Kriegswirtschaftsstellen 
des Kreises: 1. die Kreiskommunalkasse, 2. die Kreisgetreidestelle, 
3. die Kreisfleischstelle, 4. die Kreisfettstclle usw. ein Überweisungs 
konto bei der Amtssparkasse in Burgwedel. Diese Stellen leiten 
die einkommenden Gelder im Überweisungswege (durch Reichs- 
bank-Girokonto oder durch die Bankkonten) diesem Konto zu. Ein 
entsprechender Ausdruck auf den Rechnungen genügt, um die Zahl 
stelle über den gewünschten Überweisungsweg zu unterrichten. Die
	        
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