fullscreen: 10 Jahre Wiederaufbau

Neues Museum für allgemeine Naturkunde in Salzburg 
Zesuch des Bundespräsidenten Dr. Hainisch. Rechts der Gründer 
des Museums Dr. Tratz 
Schule auch eine landwirtschaftliche Landes-Haushal- 
tungsschule für Mädchen angegliedert. Da die Land- 
volksschule vielfach nicht jene Tiefe der Bildungs- 
zrundlage vermittelt, die die Besucher der landwirt- 
schaftlichen Fachschulen in diese bereits mitbringen 
sollen, sah das Landesgesetz vom 13. Februar 1920 
die Errichtung ländlicher Fortbildungsschulen vor. Da 
aber solche Schulen mit Pflichtcharakter aus verschie- 
denen Gründen nicht möglich sind, wenn sie auch als 
Icdealforderung aufrecht zu halten sind, mußte vielfach 
der Weg der freien Kurse gewählt werden. Wie sehr 
diese landwirtschaftlichen Bildungsanstalten Anklang 
gefunden haben, zeigt, daß die Gesamtzahl der 
Schüler von 1920/21 bis 1926/27 von 18 auf 58, die 
Zahl der Schüler von 1023/24 bis 1025/26 von 727 
auf I049 gestiegen ist. 
Für das Schulwesen des Landes mußten im Rahmen 
des Hauptschulgesetzes und. der Schulgesetze über- 
haupt bedeutende Aufwendungen gemacht werden. 
Eine Besonderheit stellt die nicht obligate Einführung 
des hauswirtschaftlichen Unterrichtes in der jeweils 
»bersten Klasse der Mädchenschulen auf dem Lande 
lar. Neugegründet wurden die Koch- und Haus- 
‘haltungsschule „Marienheim” der Ursulinen in Glasen- 
vach, die, IQ019 bis 1923 als Hauswirtschaftsschule für 
Kriegswaisen geführt worden ist, heute aber nur aus 
bemittelteren Familien Töchter ausbildet, dann 1926 
die dreiklassige „Höhere Lehranstalt für wirtschaft- 
liche Frauenberufe” der Ursulinen in Salzburg und 
zeit 1020 die private Frauengewerbeschule der Schul- 
schwestern in Hallein. Die Zahl der gewerblichen 
Fortbildungsschulen ist im abgelaufenen Jahrzehnt von 
20 mit 48 Klassen auf 37 mit 1390 Klassen, die Zahl 
der. Lehrkräfte von 78 auf 189 gestiegen. Die frühere 
von der Internationalen Stiftung „Mozarteum” ge- 
führte öffentliche Musikschule wurde 1922 durch Ueber- 
nahme der Kosten durch Bund, Land und Stadt- 
gemeinde zu einem „Konservatorium” ausgestaltet. 
Neugegründet wurden in der Stadt Salzburg das 
von Dr. h. c. E. T. Tratz geschaffene und geleitete 
Museum für darstellende und angewandte 
Naturkunde, die Salzburger Residenzgalerie 
und das Volkskundemuseum im „Monatsschlöß- 
chen” zu Hellbrunn bei Salzburg sowie das schul- 
hygienische Institut in Salzburg. Das neue Mu- 
seum für darstellende und angewandte Naturkunde 
stellt eine vollständig neue Art der naturwissenschaft- 
'ichen Darstellungsweise dar. In lebensvollen Bildern 
“Dioramen) und Anordnungen bietet es eine Unsumme 
von Einblicken in das Leben und die Wechselbezie- 
ıungen der Natur sowie in deren vielseitige Bezie- 
ungen zum Menschen. Das Museum enthält vor- 
äufig folgende Abteilungen: Lebensgeschichte der 
Vorwelt (Paläobiologie); Erdgeschichte (Geologie); 
Gesteinskunde (Mineralogie); Bergbau, Pflanzenkunde 
Botanik); Tierkunde (Zoologie) mit einer besonders 
sehenswerten lebensgeschichtlichen Zusammenstellung; 
lagd und Fischerei; Landwirtschaft; Forstwirtschaft; 
Töhlenkunde; Landschaftskunde; Alpinistik ; Touristik 
ınd Wandersport; Naturschutz; der Mensch und sein 
Gesundheitszustand. Ausstellungsfläche 5000 m®?*. Das 
Neues Museum für allgemeine Naturkunde in Salzburg 
Blick in den Saal „Vorwelt” mit zwei lebensgroßen Plastiken 
von Sauriern 
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