Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Einteilung  der  Kriegsschiffe.

Die  Zunahme  der  Panzerstärke  bis  zu  60  cm  und  der  Geschützkaliber  bis  zu  45  cm
zwang  jedoch  zu  weiteren  Gewichtseinschränkungen  und  brachte  wiederum  die  Turmschiffe
auf  den  Plan.  Es  entstanden  die  Brustwehrturmschiffe,  Schiffe'  mit  niedrigem  Freibord
und  Panzergürtel  über  die  ganze  Schiffslänge,  welche  sich  mittschiffs  nach  oben  in  eine
gepanzerte,  ovale  Brustwehr  fortsetzte,  durch  welche  der  Unterbau  der  Panzertürme
geschützt  wird,  „Devastation"  (englisch  Abb.  630).  In  ähnlicher  Weise  baute  man
auch  die  Küstenverteidigungsschiffe,  die  sogenannten  Brustwehrmonitors.  Der  geringe
Freibord  dieser  Schiffe  machte  dieselben  jedoch  wenig  seefähig,  so  daß  bei  bewegter
See  die  Bedienung  der  Geschütze  sehr  bald  aufhörte,  und  so  kam  man  in  England  zu
den  Citadellschiffen,  Turmschiffen  mit  einer  gepanzerten  Citadelle  auf  etwa  1 / 3  bis  3 / 4
der  Schiffslänge  und  zwei  Panzertürmeu  entweder  diagonal  mittschiffs  aufgestellt  —
„Inflexible"  (englisch,  Abb.  631);  „Dandolo"  (italienisch)  —  oder  an  den  Enden  der
Citadelle  mit  dazwischenliegender  Batterie  für  leichtere  Geschütze.  „Royal-Sovereign"
(Abb.  632),  „Prince  George"  (englisch,  Abb.  634);  „Sardegna"  (italienisch).  Die  ungepanzerten ­
  Schiffsenden  werden  durch  ein  gewölbtes  Panzerdeck  sowie  durch  einen
Korkgürtel  geschützt.  In  Frankreich  hielt  man  am  Gürtelpanzer  über  die  ganze  Schiffslänge ­
  fest  und  stellte  die  schweren  Geschütze  meist  einzeln  in  3  bis  4  Barbettetürmen
auf  hohem  Oberdeck  mit  ungepanzertem,  später  gepanzertem  Unterbau.  „Caimau",
„Marceau"  (Abb.  635)  „JaureZuiberry".  Zur  Zeit  ist  das  Turmschiff  mit  Gürtelund ­
  Citadellpanzer  sowie  gepanzertem  Unterbau  für  die  beiden  Türme  mit  24  bis  28  crn-Geschützen
  in  Verbindung  mit  einer  leicht  gepanzerten  Zentralbatterie  oder  gepanzerten
Drehtürmen  bezw.  Kasematten  für  15  bis  17  cm-Schnellfeuerkanonen  als  den  Anforderungen ­
  der  Neuzeit  entsprechend  anzusehen,  „Kaiser  Friedrich  III."  (deutsch);
„Charlemagne"  (französisch,  Abb.636);  „Canopus"  (englisch);  „Doenadzet  Apostolov",
„Poltava"  (russisch,  Abb.  633).
Die  Kreuzer  zum  Schutz  der  Handelsflotten  und  Handelsniederlassungen  haben
sich  aus  den  früheren  Schraubenkorvetten  entwickelt;  die  Fortschritte  liegen  mehr  in  der
Bauweise  —  Kompositbau  —  und  der  stetig  wachsenden  Maschinenkraft,  während  die
Takelage  fast  ganz  in  Fortfall  kommt.  Die  Armierung  bleibt  in  den  Grenzen  von
10  bis  21  crn-Geschützen.  Mit  dem  Jahre  1881  führte  man  zum  Schutz  der  vitalen
Teile  —  Maschinenanlage,  Munitionskammern,  Steuereinrichtung  —  das  Panzerdeck
ein,  ein  über  die  ganze  Schiffslänge  reichendes,  gewölbtes  Deck  von  30—125  mm  dicken
Stahlplatten  mit  einem  auf  demselben  an  der  Bordwand  entlang  geführten  Korkoder
  Cellulosegürtel  zur  Sicherung  der  Stabilität  bei  Überflutung  des  Panzerdeckes.
„Kaiserin  Augusta"  (deutsch),  „Edgar",  „Powerfull",  „Terrible"  (englisch  Abb.  637:1.639),
„Chateaurenauld"  (französisch).  Infolge  der  Wirkung  der  Schnellfeuerkanonen  wurde
daun  die  Wasserlinie  mit  leichtem  Stahlpanzer  versehen,  und  hieraus  ergaben  sich  die
Panzerkreuzer,  denen  dann  einige  schwere  Geschütze  von  21  bis  24  cm  Kaliber  an
Bord  gegeben  wurden.  „Fürst  Bismarck"  (deutsch,  Abb.  638),  „Jeanne  d'Arc"  (französisch), ­
  „Rjurik"  (russisch).
Die  Avisos,  aus  den  schnelleren  Kanonenbooten  entstanden,  erhalten  neuerdings
auch  ein  leichtes  Panzerdeck  und  leichte  Schuellfeuerkanonen.  Sie  dienen  zum  Depeschenund
  Aufklärungsdienst.  Die  Torpedofahrzeuge  haben  sich  aus  den  Dampfbeibooten  entwickelt ­
  und  sind  später  als  selbständige  seegehende  Boote  mit  großer  Geschwindigkeit  von
18  bis  33  Seemeilen  pro  Stunde  erbaut.  Sie  dienen  zur  Küstenverteidigung  und  zum
Torpedoangriff  auf  Schlachtschiffe  und  gliedern  sich  ihrer  Größe  nach  in  Torpedokanonenboote, ­
  Torpedobootzerstörer  und  Torpedoboote  (Abb.  640  u.  641).
            
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