fullscreen: Reichshaushalt und Finanzausgleich

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Zettelkasten, wie Sie, habe ich nicht. (Zuruf: Dann dürfen Sie es 
auch nicht behaae en.. _ 
| Ein Wort noch über die Beamtenschaft der Steuerver- 
waltung oder besser der Finanzverwaltung im ganzen, also auch der 
Zollverwaltung. Es ist bekannt, daß bei den mittleren 
Steuerbeamten in den letten Zeiten eine erhebliche Mi ß - 
stimmung entstanden ist, und zwar unter dem Eindruck der 
Tatsache, daß eine sehr sta rke Ueberlastung in der Arbeit 
der Finanzämter eingetreten ist. Bei den Gelegenheiten, 
wo dieser Mißstimmung Ausdruck gegeben wurde, sind vielfach 
Ausdrücke gefallen, die übertrieben sind und die wir nicht billigen 
tönnen. Aber indem ich über diese Mißhelligkeiten hinweggehe, 
möchte ich von unserem Standpunkt aus ausdrücklich betonen, daß 
wir die Arbeit der Beamtenschaft der Reichsfinanzverwaltung ein- 
schließlich der Zollverwaltung nur mit hoher Anerkennung begrüßen 
können. Wir sind der Meinung, daß mit der Aufziehnng 
dieser Reichssteuerverwaltung ein großer Wurf voll- 
zogen wurde, dessen Gelingen durchaus zweifelhaft war. Heute hat 
sich diese große Verwaltung vollkommen konsolidiert und sich in 
einem Maße die Anerkennung der rechtlich urteilenden Teile der 
Bevölkerung erworben, das durchaus erfreulich ist. Wir sind 
infolgedessen der Meinung, daß diese Beamtenschaft im besonderen 
Sinne leistungsfähig erhalten werden muß, leistungsfähig zunächst 
dadurch, daß man die schwere Ueberlastung, unter’ der sie gegen- 
wärtig leidet, abzubauen versucht. Das kann zum Beispiel dadurch 
geschehen, daß der Kassen- und Buchungsdienst, der gegenwärtig bis 
40 Prozent der Beamtenschaft namentlich in den mittleren Lagen 
beansprucht, möglichst eingeschränkt wird. Gesichtspunkte dafür 
sind ja vom Reichsfinanzminisster Köhler vorgebracht worden. Die 
ganz außerordentliche Anspannung der Arbeitskraft im letzten Jahre 
ist ja herbeigeführt worden besonders durch die Aufgaben, die aus 
dem Reichsbewertungsgessetz entstanden sind. Fast hat man den Ein- 
druck, daß die Auf ga b en d er B e wertung im lezten Jahre 
etwas zu sehr in den Vordergrund geschoben worden sind. Jedenfalls 
kann es keinem Zweifel unterliegen, daß unter den Aufgaben der 
Bewertung die nach meiner Auffassung viel wichtigeren Aufgaben 
der Veranlagung, namentlich zur Einkommensteuer, in den Hinter- 
grund getreten sind. Nachdem erstmalig nun die Aufgaben aus der 
Bewertung, namentlich der Einheitsbewertung, erfüllt sind, darf 
wohl angenommen werden, daß den Wünschen Rechnung getragen 
wird, die. darauf dringen, daß wieder die Veranlagung 
als das Kernstück der Arbeit der Finanzämter 
angesehen wird, damit endlich der Zustand eintritt, den der Herr 
Reichsfinanzminisster auch als wünschenswert bezeichnet hat, daß 
nämlich jeder Steuerpflichtige das auf das Papier klar vorgelegte 
hekommt, was er zu bezahlen hat (Bravo! bei den Deutschnationalen),
	        
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