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schwedischen Tafeln durchschnittlich 521 auf das Alter über 20 Jahre
fallen. Diesen Unterschied läßt Süßmilch ganz außer Betracht; die
Deparcieuxschen Tafeln behandelt er überhaupt etwas frei.
Während diese Zusammenstellung sich von seiner Auffassung
der 7 Tafeln als Beobachtungen über dieselbe Größe aus rechtfertigen
läßt, gilt das gleiche weniger von seiner entsprechenden Übersicht
für Stadt und Land, da Süßmilch selbst auf den hier hinsichtlich
der Sterblichkeit vorliegenden Unterschied aufmerksam gemacht hat.
Er berechnet seine Haupttafel aus drei Tafeln, von denen eine die
Landbezirke, eine die kleineren und eine die größeren Städte um-
“aßt, indem er den Durchschnitt aus diesen Tafeln bildet... Die da-
malige Landbevölkerung sollte also nur !/ der Gesamtvolkszahl
ausgemacht haben. Daß eine solche Verteilung der Bevölkerung zu
der Zeit nicht den Tatsachen entsprach, bedarf kaum der Erwähnung.
Auf die gefundene Haupttafel, welche keine einjährigen Alters-
klassen enthielt, wandte Süßmilch ein rohes Ausgleichsverfahren an,
indem er, gestützt auf Tafeln mit einjährigen Intervallen, die Zahlen
ler Haupttafel „proportionierte“,
Süßmilch wollte seine Sterbetafel als Ausdruck für die Sterb-
lichkeit in einem durchschnittlichen europäischen Lande auffassen.
Dies läßt sich kaum machen, auch nicht, nachdem Baumann
einige Fehler berichtigt hatte. Die Sterblichkeit in den jüngeren
Jahren, die nach dem Säuglingsalter kommen, ist möglicherweise
etwas übertrieben; das gleiche gilt vielleicht auch für die älteren
Jahrgänge; etwas Sicheres läßt sich hierüber jedoch nur schwierig
aussagen. Übrigens bringt Baumann in seinem Ergänzungsband
interessante Beobachtungen, z. B. über die Sterblichkeit der außer-
3helich Geborenen; im großen und ganzen aber blieb die Berechnung
ınverändert.
30. Einen wichtigen Beitrag zur Fortbildung der Statistik
lieferte der Schweizer Daniel Bernoulli (1700—1782)!%. Er
stellte sich die Aufgabe, die Wirkung der Impfung gegen die Pocken —
zine der brennendsten Fragen jener Zeit — zu untersuchen. Dabei
benutzt er ein ganz neues Prinzip hinsichtlich der Bearbeitung
von Beobachtungen, die sogenannte kontinuierliche Methode;
er setzt nämlich voraus, daß sich die Zahlen nicht sprungweise,
sondern ganz allmählich mit unendlich kleinen Teilen und in un-
1) Essai d’une nouvelle analyse de la mortalite causee par la petite verole,
et les avantages de l’inoculation pour la prevenir (Histoire de l'acad. royale des
seiences, ann6e 1760, Paris 1766).