Full text : Die obligatorische Krankenversicherung

LEISTUNGEN

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Durch einen Hinweis auf Krankenversicherungsgesetze, die
ler Krankenheitsvorbeugung einen besonderen Platz zuweisen,
sollen. diese wenigen. Bemerkungen ergänzt werden.

In Deutschland hat bereits die RVO vom Jahre 1911 die Krankenzassen
 ermächtigt, Mittel für allgemeine Zwecke der Krankheitsvorbeugung
zu verwenden. Hierunter wurde verstanden, dass die Vorbeugungsmass-1ahmen
 der Gesamtheit der Mitglieder und nicht nur bestimmten Mitzliedern
 zugute kommen sollen. Durch Gesetz vom Jahre 1923 wurde
lie Ermächtigung in zweifacher Weise erweitert :
a) Die Mittel der Krankenversicherung können für allgemeine und
besondere Krankheitsvorbeugung verwendet werden,
b) Die Krankenkassen sind ermächtigt, Massnahmen zur Verhütung
ler Erkrankung einzelner Kassenmitglieder vorzusehen,
_ Die grossen Ortskrankenkassen und die Krankenkassenverbände betätigen
 sich mit Eifer auf dem Gebiete der Krankheitsvorbeugung. Sie
argreifen Vorbeugungsmassnahmen, vielfach in Gemeinschaft mit anderen
auf das gleiche Ziel hinarbeitenden Einrichtungen. Die hygienische Volksbelehrung
 wird durch Wort, Schrift und Film systematisch betrieben.
Die Krankenkassen legen Mutterschafts- und Säuglingsberatungsstellen
an. Auf dem Gebiete der Kinderfürsorge, der Bekämpfung der Tuberkulose
 und der Geschlechtskrankheit greifen die Krankenkassen in An-'ehnung
 an die Träger der Invalidenversicherung ein.
_ Die‘ Überzeugung von der notwendigen Zusammenfassung aller für
lie Hebung der Volksgesundheit wirkenden Kräfte scheint allgemein zu
sein. Das Gesetz vom 28. Juli 1925 über den Ausbau der Gesundheitsfür-Sorge
 gibt hierüber Aufschluss. Das Gesetz ermächtigt die Reichsregierung,
lach Anhörung der Ärzte und Krankenkassen, Richtlinien über die Krankenpflege
 in der Sozialversicherung und allgemeine Massnahmen zur Verhütung
 der Invalidität und zur Hebung der Gesundheit der versicherten
Bevölkerung zu erlassen. Die Richtlinien sollen die Zusammenarbeit der
Versicherungsträger mit der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege
3cherstellen. Der Zweck ist die örtliche Zusammenfassung aller auf die
Hebung der Volksgesundheit gerichteten Bestrebungen. Krankenkassen, Trä-8er
 der Invalidenversicherung, Gemeinden, Wohlfahrtspflegeeinrichtungen
Sollen nicht mehr allein darüber befinden, ob und welche Heilverfahren oder
Massnahmen durchzuführen sind, sondern. eine örtliche Zentralstelle wird
üach einem einheitlichen Plan die zu ergreifenden Massnahmen festzustellen
haben. Die Aufgaben, die der einzelne Arzt nicht zu lösen vermag, werden
Somit einem Organ übertragen sein, das über hinreichende Mittel zur plan-Nässigen
 Durchführung der Behandlung verfügen wird.
N Das österreichische Arbeiterversicherungsgesetz vom 1. April 1927 ermächer
 die Krankenkassen und ihre Verbände, Mittel aufzuwenden, um allgemeine
. Assnahmen. zur Hebung der gesundheitlichen Verhältnisse der versicheu
 gSPflichtigen Bevölkerung zu fördern und durchzuführen. Seit langem
pad die Krankenkassen namentlich auf dem Gebiete der Tuberkulosebe-Prpfung
 tätig. Seit 1918 haben die Krankenkassen der Arbeiter und
Tune (angestellten die Zahl der verfügbaren Plätze in den Heilanstalten für
Eh erkulöse verdoppelt. Sie lassen sich in besonderem Masse die Bekämpan
 der Kindertuberkulose, die Förderung der Säuglings-, Kleinkinder-Sn
 Lehrlingsfürsorge sowie des Mutterschutzes angelegen sein. Eine gemein-Tan
 Aktion der Krankenkassen sorgt für Erholungsaufenthalte für
ie von Arbeiterkindern am Meer oder in Gebirgsgegenden.
- N. Polen sind die Krankenkassen nach Art. 88 des Krankenversichezent
 Otzes ermächtigt, ihre Mittel für allgemeine Zwecke der Kran-Aufg
 HeS und Krankheitsvorbeugung zu verwenden. Zu den besonderen
Stüten en der Krankenkassenverbände gehört die Initiative und Unter-(Ar
 08 aller auf die Hebung der Volksgesundheit gerichteten Massnahmen
Kranz 2) Trotz ihres kurzen Bestandes wenden die Krankenkassen der
Pflege Sitsvorbeugung ihre Aufmerksamkeit zu und gewähren Kranken.
an Familienangehörige der Versicherten.
            
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