Mikroskopische Untersuchung. Unkrautsamen und Yertälschungsmittel.
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Steinnuß, Phytelephas macrocarpa Ji. und F.
Die Abfälle hei der Bereitung der Knöpfe aus Steinnuß (Phytelephas
macrocarpa R. und P.) werden sowohl für sieh allein in den Handel gebracht, als
auch besonders zur Verfälschung von Kleien und Futtermehlen verwendet. Ihr
Futterwert ist gleich Null.
Äußerst kennzeichnend für die Steinnuii sind die außergewöhnlich stark
verdickten Zellen des den weitaus größten Teil des Samens einnehmenden Endosperms;
diese Zellen sind farblos, gestreckt und gleichmäßig verdickt; die Membranen sind von
eigentümlichen, am Grunde knopfartig erweiterten Poren durchsetzt (Fig. 179).
Die Samenschale, die jedoch im Vergleich zu der großen Masse des Endosperms
, Füg. 179.
oteinnuß, Querschnitt. Nach J. Möller.
“ die Samenschale, E, das Endosperm aus un
kemein verdickten, porösen Zellen mit wenig
Inhalt.
nur einen geringen Bruchteil der Stein
nuß ausmacht, besteht nur aus sklero
tisch verdickten Elementen von ver
schiedener Form und Größe; besonders
kennzeichnend sind die ungleich ver
dickten Faserzellen (Fig. 180).
Fig. 180.
Steinnuß. Zellen der Samenschale.
(Yergr. 160.) Nach J. Möller,
sp eine kleine Spiroi'de aus den die Samen
umspinnenden Gefäßhündeln,
Sägemehl.
Als eine Verfälschung gröbster Art, die hier und da in den Kraftfuttermitteln
beobachtet wird, muß der Zusatz von Sägemehl bezeichnet werden. Der Nachweis
derartiger Holzbestandteile bietet keine Schwierigkeit; dieselben können selbst schon
bloßem Auge oder besser mit der Lupe an den gelben Pünktchen erkannt
werden, wenn man etwas der gepulverten Substanz in einen Tropfen Kalilauge legt.
Untersucht man diese Objekte mittels des Mikroskopes, so läßt sich mit Sicherheit
anssagen, ob sie in der Tat Holzbestandteile sind, sogar ob sie einem Laub- oder
■Nadelholz angehören.
. 181, S. 396, bringt die Elemente des Nadelholzes zur Anschauung, wie
im mikroskopischen Präparat beobachtet werden.
Der Holzkörper besteht zum größten Teil aus Tracheiden und Markstrahlen
zellen, während Parenchyragewebe seltener angetroffen wird.
Fig
dieselben