Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

Gänsefuß,  Chenopodium  album  L.
Der  Samen  des  Gänsefußes,  auch  Ackermelde  genannt  —  im  Gegensatz
zu  den  eigentlichen  Melden,  den  Atriplex-Arten  —  kommt  sehr  häufig  in  den  Kleien
und  Ölsamen-Rückständen  vor;  derselbe  enthält  bei  12,22  °/ 0  Wasser,  15,29%
Protein,  6,51  %  Fett,  20,31  %  Rohiaser  reichlich  feinkörnige  Stärke,  weshalb  er  in
Zeiten  der  Not  wohl  zur  Brothereitung  verwendet  wird.
Für  die  mikroskopische  Erkennung  dieses  Unkrautsamens  sind  besonders
wichtig  die  zur  Samenschale  gehörenden  Schichten  1,  2  und  3  (Fig.  177),  von  denen  die
der  Oberhaut  aus  ziemlich  niedrigen,  rotbraun  gefärbten  Zellen  bestehen,  deren  Lumina

in  der  Flächenansicht  die  feingrubige  Punktierung
dünnwandige,  4-  bis  6-seitige,
ebenfalls  mit  dunkelrotbraunem
Farbstoff  angefüllte  Zellen.  Die
schwach  bräunlichgrau  gefärbte
Zelllage  der  inneren  Samenschale
zeichnet  sich  durch  feinnetzige
Streifung  der  Membran  aus.

hervorrufen.  Darunter  liegen

Querschnitt
(mit  Lauge  gequollen).

A  Schichten,  1,  2  u.  3  zur  Samenschale,  4  zum  Keimnährgewebe ­
  gehörig.  B  Schichten  des  Perigonhäutchens  mit
Gefäßbündelrest  a.
Fig.  177.  Gänsefuß.  Nach  C.  Böhmer

Ackerspörgel,  Spergula  arvensis  L.
Die  Bestandteile  des  Samens  vcn  Ackerspörgel  kommen  nicht  selten  als  Verunreinigung ­
  in  den  Mehlen,  Kraftfuttermitteln,  besonders  dem  Leinkuchen  und  -mehl  vor.
Der  Ackerspörgel  verrät ­
  sich  leicht  in  einem  Mehl
oder  Futtermittel,  welches
mit  Säure  und  Alkali  behandelt ­
  sein  muß,  durch  seine
sternförmig  fest  ineinandergefügten
  Oberhautzellen,
denen  einzelne  keulenförmige
Gebilde  aufgesetzt  sind.  Zuweilen ­
  sind  diese  Trichome
ahgefallen  und  erscheinen
dann  in  ihrer  eigentümlichen
Form  frei  in  dem  Präparat.

(Vergr.  115.)

(Vergr.  330.)

Samenhülle  mit  keulenförmigem  Gebilde  der  Epidermis.
Eig.  178.  Ackerspörgel.  Nach  Benecke.
            
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