— 4.95 —
von 18—24 Millionen. Der holländische Gesandte in Wien, Dirk
van Hogendorp, verhandelte 1808 dort für die Gläubiger.
Die holländischen Bankiers forderten, bevor an eine neue Anleihe
zu denken sei, Sicherheiten, namentlich die Verpfändung von
Domänen. Der Druck, der auf der österreichischen Regierung in
Voraussicht des neuen Krieges lastete, machte sie gefügig; sie wollte
nun die Domänen, deren Verpfändung sie vorher abgelehnt hatte,
verkaufen; doch fehlte es unter den damaligen Verhältnissen an
Käufern!). In der furchtbaren Finanznot, in der sich Österreich
seit 1810 befand, scheint es eine Anleihe nicht erreicht zu haben;
erwähnt wird eine solche, sie kam aber nicht zustande; man hatte
in Holland gar kein Vertrauen zu der österreichischen Papierwirt-
schaft?). Die Bankerotterklärung 1811 machte allem weiteren ein
Ende. Erst nach dem allgemeinen Frieden, 1817, nahmen auch die
holländischen Gläubiger an der Regelung der österreichischen
Staatsschuld teil.
Wenn Napoleon für Holland eine Steuer auf die Renten
wünschte, so war jedenfalls mit einem sich dauernd vermindernden
Betrage zu rechnen?). Der Mangel an Geld verstärkte naturgemäß
die Unlust, sich an fremden Anleihen zu beteiligen; und es bedurfte
kaum mehr des im Mai 1808 erlassenen Gesetzes, das die Hingabe
holländischer Kapitalien für ausländische Anleihen von der könig-
lichen Genehmigung abhängig machte*).
Die politischen Zustände Ende des 18. Jahrhunderts gingen
natürlich auch an der Amsterdamer Börse nicht spurlos
vorüber. Ein Institut, das so abhängig war von dem Gang der großen
Politik, so völlig auf dem Kredit des eigenen Landes basierte, mußte
von den Zeitereignissen in hohem Grade berührt werden. Das
zeigte sich nicht. nur, in: dem Kursstande der einheimischen
Papiere, den wir ja oben schon erwähnten, sondern auch in dem
gesamten Wechselverkehr. Schon Ostern 1780, als der englisch-
französische Krieg die See unsicher machte, war der holländische
Kurs für die Russen, die ihren Handel mit Westeuropa meist mit
a 1) Sille m, Dirk van Hogendorp, S. 197 ff.
2) StiYassny, S. 40,137.
3 Jorissen,/S. 13.
2 Sautijn Kluit, Continentaalstelsel, S. 16. Noch 1810 schätzte
d’Alphonse den Betrag der Schuld auswärtiger Staaten an Holland auf
449 477 100 Fres. (S. 426).
Aal