Gesohäftstheorie. 13B
Buchführung ist eine B. des Geschäfts und nicht des In
habers; Geschäft und Geschäftsinhaber bilden Gegensätze.
Das Geschäft tritt als selbständiges Objekt dem Inhaber
gegenüber. Das für die Zwecke der Erwerbswirtschaft vom
Gesamtkapital des Unternehmers abgesonderte Kapital wird
Geschäftsvermögen oder Geschäftskapital. Der Geschäfts
inhaber hat die Kapitaleinlage vom Geschäft zu fordern.
Das anfängliche Kapital und dessen Wertmehrungen durch
Gewinn bilden eine Schuld, das schließliche Kapital und die
Kapitalminderungen durch Verlust bilden eine Forderung
des Geschäfts an den Inhaber. Es gibt nur Konten des Ge
schäftsvermögens, Konten der aktiven und passiven Ver
mögensteile. Die Aktiva der Firma (des Geschäfts) sind
Schulden, die Passiva sind Forderungen der Firma an den
Prinzipal *). Zu den Aktiven des Geschäfts zählen auch Ver
luste, sie bilden das positive, die Passiva (einschließlich Ge-
schäftseinlage und Gewinne) bilden das negative Vermögen
des Geschäfts. Demnach haben alle Konten links das Zei
chen + , rechts das Zeichen —. Kapital und Reingewinn
sind hier negativ, der Verlust positiv.
4. Die Zweikontentheorie (besser Theorie der Zweikontenreihen;
sie und die Einkontentheorie werden auch als materialistische
Theorie bezeichnet zum Unterschied von der Personifikations
theorie). Die Zweikontentheorie, von Augspurg 2 ), Kurz-
haltung, Z. f. B. 1903—1905 (der einige Abänderungen der Theorie von
Berliner und Brenkmann berücksichtigt, z. B. Theorie von Hager). Bieder
mann, Theorie der doppelten Buchhaltung, Zürich 1912. Berliner
hat seine Theorie etwas verändert und versucht, Bin- und Zwei-Konten
theorie zu vereinigen; vgl. seine Buchhaltungs- und Bilanzlehre, 5-/6.
Aufl., Hannover 1920, S. 224 ff.
1 ) Berliner, a. a. 0. S. 118. Die logische Folgerung wäre, daß die
Aktiva minus, die Passiva plus sind. Courcelle-Seneuil [Theorie und Praxis
des Geschäftsbetriebes, Stuttgart 1868), S. 235, und Lindwurm [Die
Handelsbetriebslehre, Leipzig 1869], S. 41, bezeichnen tatsächlich die
Habenseiten aller Konten mit plus, deren Sollseite mit minus.
2 ) Grundlagen der Buchhaltung, Bremen 1863. Die kaufm. Buch
führung, zunächst für den Geschäftsgang der Hansastädte, 2. Aufl. 1872.
Augspurgs Zweikontensystem weicht erheblich von der //ligöschen ab.
Für ihn sind Aktiva positive, die Schulden und das Reinvermögen negative