sondern auch für die unter Umständen den Abbau verzögernde
Bergbaupolitik, und zwar für die Innen- und Außenpolitik zu-
gleich. Denn die wichtigste lagerstättenpolitische Frage ist, ob
der Bergbau im Lande unter allen Umständen geschützt, ge-
fördert, wenn nötig staatlich, also durch die Allgemeinheit un-
terstützt und subventioniert werden soll — siehe englische
Kohlen- und deutsche Eisenerzsubventionen —, oder ob man
ihn dem fremden Wettbewerb gegenüber seinem Schicksal
überlassen soll, dadurch aber die zur Zeit nicht lohnenden
Lagerstätten als Reserven für spätere Zeiten erhält, seien dies
Zeiten der besseren friedlichen Konjunktur oder Zeiten der
kriegerischen Blockade.
Vor solche Fragen werden die Regierungen wie die privaten
Verbände immer wieder gestellt und oft zu schnellem Handeln
und langsichtigen Entscheidungen gedrängt, während die wich-
tigsten Grundlagen dafür, eben die Vorratsschätzungen mit allen
Wenn und Aber, und zwar die Feststellungen im eigenen
Lande und — nach Möglichkeit! — die Vergleiche mit dem
Auslande, nicht schnell von Fall zu Fall, sondern nur durch
dauernd geführte Lagerstättenkataster relativ richtig beschafft
werden können.
Jede stofflich oder örtlich begrenzte innere Lagerstätten-
frage, namentlich natürlich in den Grenzzonen, ist also eine
Frage der Außenhandelspolitik, eine Sorge des Auswärtigen
Amtes, des Reiches, obwohl sie gleichzeitig — noch! — ein wich-
tiger Bestandteil der Landessouveränität ist. Dadurch aber
hängen unsere Bestrebungen aufs engste mit den Fragen der
Reichseinheit zusammen und sollten von hier aus unterstützt
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