Full text : Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

problem mit hineinzuziehen. Gerade hier zeigt sich die Grenze
und das Versagen der rein geologisch-technischen Betrachtung,
also die Notwendigkeit, die Naturwissenschaft durch Sozialund
 Finanzwissenschaft zu ergänzen, wenn wir von der bergmännischen
 Seite her die große Spannung „Staat und Wirtschaft“
 etwas mildern und ausgleichen wollen.
Zunächst der Mensch, die Arbeit! Achtstundentag, Lohnhöhe,
 soziale Lasten, Lebenshaltung, Unternehmergewinn und
Weltmarktpreise sind heute — wenn überhaupt — nur international
 lösbare Probleme. Sie bilden die Komponenten der
Selbstkosten, also die Grundlage des Begriffes „Bauwürdigkeit“
und des Inventurproblems. Es war im Jahr 1926 nicht reiner
Zufall, daß ich damals in Genf zunächst ins Internationale
Arbeitsamt ging! Und auch heute erwarten wir für unsere
Bestrebungen gerade von dieser Seite her Beachtung und Unterstützung.

Endlich das Kapital! Schon längst wissen wir, daß es seinem
innersten Wesen nach nicht national gebunden ist, sondern
am liebsten zwischenstaatlich sich betätigt, ja überstaatlichen
Charakters ist. Daß dieser Charakter erst seit knapp hundert
Jahren deutlicher in die Erscheinung tritt, sagen wir seit dem
epochemachenden Auftreten der „fünf Frankfurter“ Rothschilds,
 hängt lediglich mit der Entwicklung der modernen
Verkehrstechnik zusammen; grundsätzlich war es zur Zeit der
Fugger oder der römischen Kaiser und noch früher ebenso.
Irgendwo ist das Kapital natürlich „zu Hause“, heute in Amerika,
 sein „Feld“ aber ist die Welt, seine bevorzugte Anlagestelle
 die „bauwürdigste“ Lagerstätte irgendeines nutzbaren

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