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Caraibische See fast stets ruhig ist. Diese Windstille dehnt
sich gegenüber Panama auf die Südsee aus, ca. 1500—1800
Meilen an der Küste von Central-Amerika entlang. Lass’
uns annehmen, zwei Segelschiffe von gleichem Tonnengehalt
und gleicher Segelkraft fahren von der Mündung des Missis
sippi nach China zu gleicher Zeit ab, das eine über Panama,
das andere über Tehuantepec, und ich wage zu behaupten,
dass in jener Zeit, in welcher das Panamaschiff den Canal pas-
sirt hat und in den Stillen Ocean einläuft, das Tehuantepec-
schiff nicht nur diese Landenge passirt hat, sondern sich auf
dem Meridian der Sandwichsinseln befindet, und dass, bevor
das andere Schiff die 1500 Meilen des windstillen Meeres
mühevoll zurückgelegt hat, bevor es die Winde im Westen
von Tehuantepec erreicht, das letztere Schiff 5000 Meilen
schon im Stillen Ocean zurück gelegt hat und um volle 30
Tage jenem voraus ist.“
Von den Polen strömen Winde zunächst direct in der
Richtung auf den Aequator zu. So wie sie an die heisse
Zone gelangen, zwingt die Rotation der Erde sie in eine
Richtung von Osten nach Westen. Man nennt diese Luft
strömungen auf Englisch „Trade Winds.“ Sie sind constante
Winde zwischen dem 30" nördlicher und südlicher Breite. ■—
Von der heissen Zone strömt Luft wiederum nach den Polen,
vom 30" beider Breiten ab. Man nennt sie „Counter-Trade-
Winds.“ Sie walten in den Breiten über dem 30'* vor, auf
der nördlichen Halbkugel wehen sie von Süd west, auf der
südlichen von Nordwest.
Die Trade-Winds dringen über das Flachland von Florida
in den Golf von Mexico und wehen, wenn schon schwach,
bis an die Golfküste von Mexico. Sie werden aber von den
westindischen Inseln gebrochen, dass sie nicht bis in die
westlichen Theile der Caraibischen See dringen und diese also
windstill ist.
Am Stillen Meere liegt der Isthmus von Tehuantepec den
Trade-Winden näher als Nicaragua und Panama. Auch exi-
stirt ein kleiner Oceanstrom, parallel dem Golfstrom, an der
südwestlichen mexicanischen Küste vom 18" bis 28» westlicher