Full text: Meer und Weltwirtschaft

Südamerika. Nehmen wir beispielsweise eine Durchschnittsge- 
schwindigkeit von 250 km für je eine Stunde an. ferner für ein 
Flugzeug 5 Stunden ununterbrochenen Flug und für einen Tag 
(24 Std.) 20 Stunden, in denen wirklich geflogen ist, erhalten 
wir für den Weg London—Indien (etwa 8000 km) als kürzeste 
Reisezeit 45 Stunden, also nicht. einmal zwei Tage. Für den gleichen 
Weg beträgt jetzt die kürzeste Reisezeit mit Bahn und Schiff 384 
Stunden oder 16 Tage. So wird demnach das Flugzeug in weit- 
gehendstem Maße den Raum- und Zeitfaktor überwinden, was 
schließlich auch dem Verkehr über See zugute. kommt. Für den 
sransozeanischen Flug hat das Zeppelin-Luftschiff zunächst den 
Weg gezeigt. 
Unter den Weltmeeren ist der Atlantische Ozean so recht 
3in Tummelplatz des Warenverkehrs. Da er Zonen aller Klimate 
bespült und die Waren dieser Zonen direkt in Verkehr bringt, da 
ar von den wirtschaftlich tätigsten Kulturländern der Erde be- 
grenzt wird, ist dieses Uebergewicht des Atlantischen Ozeans er- 
clärlich. Wohl ist es eine lohnende Aufgabe, der gegenseitigen und 
allseitigen Abhängigkeit der verschiedenen Seemächte und seefah- 
renden Völker in den verschiedenen Gruppen des Warenverkehrs 
nachzuspüren, indessen würde das hier zu weit führen. Es sei 
darum nur auf weniges hingewiesen, hauptsächlich auf einige Er- 
zeugnisse der Pflanzenwelt. Die Pflanzenwelt liefert vor- 
zugsweisedie Massenartikeldes heutigen Verkehrs. 
Der atlantische Westen zum größten Teil und der atlantische Süd- 
osten sowie die gesamten Tropengebiete, deren gewaltige Ausdeh- 
nung erst auf einer flächentreuen Weltkarte zum Bewußtsein kommt 
(s. Abb. 18), stehen als Rohproduzenten dem atlantischen Nordosten 
und zum geringen Teil auch dem atlantischen Nordwesten gegen- 
über. Unter den Roherzeugnissen steht das Getreide obenan, 
von dem der Weizen die Hauptrolle spielt. Die Weizenüberschuß- 
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