dem Fall im Stande bei seinem übergroßen Besitz und einer See-
macht, die die Etappenpunkte jederzeit genügend zu stützen vermag.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige
biozeanische Weltreich, dessen glückliche Lage zwischen den bei-
den größten Weltmeeren weltwirtschaftlich durch schier unerschöpf-
liche Mengen der wichtigsten Rohstoffe ergänzt und erhöht wird.
Neben einer außerordentlich leistungsfähigen Landwirtschaft finden
wir die bedeutendste Erzeugung von Kohlen und Erdöl, Eisenerzen,
Zink, Blei und Kupfer. Damit marschiert Usamerika an der Spitze
der betreffenden Welterzeugnisse. Außerdem verfügt es seit dem
Kriege über nahezu zwei Drittel des gemünzten Goldes der Erde.
Bei ihrer Machtentfaltung haben die Vereinigten Staaten die von
der abendländischen Staatskunst gelehrte Methode, wichtige Punkte
als eigenes Gebiet einzuverleiben, befolgt: 1898 Portoriko, Hawali
und die Philippinen, 1904 die Panamazone, 1917 St. Croiz, St. John
und St. Thomas. Die Besitzergreifung von Nikaragua in irgendeiner
Form (wegen eines zweiten atlantisch-pazifischen Kanals) ist doch
nur eine Frage der Zeit. Schon munkelte man, daß sie sich die engli-
schen und französischen Besitzungen in Westindien als Ablösung der
Ententekriegsschulden abtreten lassen wollen. Jetzt scheint man
diese Methode verlassen zu haben und sucht mehr die direkte Be-
herrschung durch wirtschaftliche Vormacht, die Methode der
„Dclardiplomatie‘‘. Das letzte Ziel ist die Pan American Union,
gegen das sich allerdings die ABC-Staaten Südamerikas (Argen-
tinien, ‘ Brasilien und Chile) sträuben, während Mexiko, die mittel-
amerikanischen Republiken, Kolumbien, Ekuador und das nord-
westliche Venezuela, schon mehr oder minder im Interessenkreis
der Nordamerikaner liegen. .
Die großen Kraftlinien der usamerikanischen Weltpolitik zeigen
sich kaum stärker und auffälliger als in der völligen Beherrschung