Full text: Meer und Weltwirtschaft

gicht zu schlecht weg, denn Deutschland war immer ein guter 
Kunde Englands, wenn nicht der beste. 
Außer nach Osten und Südosten üben die Vereinigten Staaten 
ganz besonders kräftige Wirkungen nach Süden und Westen aus. 
Nordsüdlich verlaufen die Kraftlinien des Panamerikanismus. Im 
Karibischen- und Bahama-Meer stoßen amerikanische und britische 
Kraftlinien senkrecht aufeinander. Kollisionen werden nimmermehr 
ausbleiben. Als die mächtigeren scheinen sich auch in diesem 
Kraftfeld die nordamerikanischen zu erweisen. Nach Westen ver- 
taufen die usamerikanischen Kraft- und Stoßlinien in ge- 
rader Richtung auf Ostasien zu. Beide Richtungen, die nordsüd- 
liche und die ostwestliche, werden durch den Panamakanal, der 
heute eine Südküste der Vereinigten Staaten ist und der, wie kaum 
ein anderes politisch-wirtschaftliches Gebilde eine raumpolitische 
Idee von hemisphärischem Ausmaße verkörpert, verbunden, und 
ihre Energiemöglichkeiten werden zu einheitlichem Handeln ge- 
zwungen. 
Die Machtverhältnisse im Großen Ozean haben sich nach 
dem Weltkriege gleichfalls verschoben, insofern Deutschland aus 
der pazifischen Politik ausgeschieden ist und Rußland als erst 
jüngst zurückgekehrter, politisch noch niedergedrückter Anrainer 
kaum etwas zu sagen hat. Es bleibt hier bloß noch das politische 
Dreieck, Japan, England und Nordamerika, übrig. Vorläufig sind 
die bedeutendsten Komponenten England und Usamerika. Ob als 
gewünschte Resultante die Vernichtung der japanischen Macht 
herausspringt, ist sehr fraglich. Wohl hat die Konferenz von 
Washington vom November 1921 bis Februar 1922 den angel- 
sächsischen Block zusammengeschmiedet, der als künftiger ruler 
of the world sich aufspielt; indessen hören die gegenseitigen poli- 
tischen Eifersüchteleien zwischen den beiden großen Brüdern nicht 
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