Full text : Wirtschaftlichkeitslehre

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19. Jahrhundert den Betrieben völlig entfremdet wurden, ‚müsse wettgemacht
 werden durch aktive Mitarbeit der Arbeiter (der Gewerk:
schaften) an der Betriebsführung und den Studien zu ihrer Verbesserung.
 Der Redner schildert aus eigener Erfahrung die erste
Periode der »Naivität« der Rationalisierung, wo ein betriebsfremder
 Mann mit der Stoppuhr Messungen an den Arbeitern vornahm,
 sie über dies und jenes theoretisch befragte und ihnen dann
eine. andere Drehbank oder ein anderes Schneidewerkzeug zum
Gebrauch zuwies. »Mir war, als ob die Substanz des Betriebes
plötzlich in Luft aufgelöst wäre«, »als ob ich wie ein Mannequin,
wie in einem Puppentheater, behandelt würde.« »Ich blieb nur mit
halbem Herzen bei der Arbeit, noch einige. Wochen; auch der Bonus
reizte mich nicht und ich trat aus, sobald ich ein anderes Unternehmen
fand, wo ich zwar weniger Lohn, aber volle Freiheit hatte,« Arbeitspsychologisch
 sehr interessante Bekenntnisse. Woher diese Unzuiriedenheit
 mit den Direktiven aus dem planing bureau? Weil früher
Anforderungen an die Intelligenz des Arbeiters gestellt und damit
sein Interesse geweckt wurde, während er jetzt der Möglichkeit
und auch der Notwendigkeit beraubt war, seinen eigenen Witz
zu üben.

Jene frühere »Scientific management« war durchaus unangebracht,
was aber nur in einer ungesunden Anfängerschaft begründet lag.
Und es bedurfte 15 Jahre Beobachtung, Versuche und Nachdenken,
vis die richtige Methode, das ist die der co-operation, der Gemeinschaftsarbeit
 mit den Arbeitern gefunden war (Dr. Person, Direktor
der Taylor Society). Die neue Methode berücksichtigt die Individualität
 des Arbeiters, seine subjektive Einstellung zum Betriebe
wird nicht übersehen, sondern erhalten, ja gefördert. Jener Betriebsingenieur
 tritt für eine Einrichtung ein, die noch über die shops
committees hinausgeht, für joint job analysis committees
(Komitees für gemeinsame Betriebsanalyse), denen Vertreter der
Unternehmer (Leitung), der Arbeiter und technische Fachleute angehören,
 wie solche Ausschüsse schon in vielen fortschrittlichen
Betrieben bestehen. Auch der bekannte englische Sozialpolitiker
Sidney Webb (in The Works Manager To-day 1926) tritt für
solche gemischte gemeinsame Rationalisierungsausschüsse ein, ohne
eine feste Regel dafür zu empfehlen; das Wesentliche sei: paritätische
Vertretung von Leitung und Belegschaft, (Die mitteleuropäischen
»Betriebsräte« genügen also, dieser Forderung nicht;. es müßten
            
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