Full text: Deutschlands Auslandsanleihen

Auslandsanleihen der Industrie, 69 
Schröder & Co in London und der Schweizerischen Kreditanstalt 
in Zürich fest untergebracht. Die Anleihe ist vor dem 1. Juli 1932 
nicht kündbar. Zu diesem Zeitpunkt bis zum 1. Januar 1937 ein- 
schließlich kann mit 30tägiger Voranzeige eine Kündigung zu 
105 % erfolgen, dann bis zum 1. Januar 1942 zu 102% % und 
nach diesem Termin bis zum Verfalltage zu 100 %. Die Gesell- 
schaft verpflichtet sich, bis zum 1. Juli 1937 einschließlich einen 
jährlichen Tilgungsfonds von 800000 $ und danach bis zum 
Verfalltag einen solchen von 1200000 $ in halbjährlichen Ein- 
zahlungen zur Verfügung zu stellen, erstmalig zum 1. Januar 1928. 
Dieser Tilgungsfonds dient aber nur zum Ankauf von Obligationen 
zu höchstens pari. Nicht verwendete Beträge werden an die Ge- 
sellschaft zurückgezahlt. Anders wie bei der ersten Anleihe sind 
die Obligationen nicht mit Aktienbezugsrechten ausgestattet, 
sondern mit Gewinnbeteiligungsscheinen, Diese geben den In- 
habern das Recht, zum 1. Mai jedes Jahres die Hälfte des Prozent- 
betrages als besondere Rente zu beziehen, um den die Dividende 
der Vereinigten Stahlwerke 6 % überschreitet, insgesamt aber 
höchstens 127% %. Demnach kann die Verzinsung der Anleihe bis 
zu 8 % ansteigen. 
Die Bergwerksgesellschaft Georg von 
Giesches’s Erben ist an den Auslandsanleihen der 
deutschen Industrie insofern beteiligt, als sie nicht begebene 8% % 
Obligationen in Höhe von 6 Mill. $ an die Silesian-American Cor- 
poration verkaufte. Der Kaufpreis stammt aus dem Erlös der 
7 % 15-Mill.-$-Anleihe, die diese von Harriman begründete Hol- 
ding-Gesellschaft der Bergwerksgesellschaft Giesche’s Erben und 
der Giesche Spolka Akeyjna am 29. Juli 1926 zu 94% % in Neu- 
york aufgelegt hat, und dem Erlös der von ihr begebenen Stamm- 
and Vorzugsaktien (die Majorität der Aktien ist in Händen der 
Anaconda Copper Mining Company). Der Erlös diente außerdem 
zum Ankauf des Aktienkapitals der Giesche Spolka Akecyjna, das 
sich in den Händen von Giesche’s Erben befand. Die polnische 
Giesche-Gesellschaft hatte im Jahre 1923 den an Polen gefallenen 
Besitz von Giesche’s Erben (darunter rund 60 % der Bleischarley- 
Felder) angekauft. Für die verkauften Obligationen ist eine 
Hypothek auf das Bergwerkseigentum der Bergwerksgesellschaft 
Giesche’s Erben eingetragen; die Obligationen sind bisher im 
Portefeuille der Silesian-American Corporation geblieben. Ein 
ähnliches Hypothekendarlehn ist auch an die polnische Giesche- 
Gesellschaft aus dem Erlös der 15-Mill.-$-Anleihe gewährt worden, 
wofür gleichfalls Obligationen in Höhe von 5 Mill. $ für das 
Portefeuille der Silesian-American Corporation geschaffen werden 
sollten. 
Es handelt sich also bei den Obligationen der Bergwerks- 
vesellschaft Giesche’s Erben nicht um einen Anteil an der
	        
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