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Dritter Teil.
Unehelichkeit zum Schur. Die Bauern lassen sich nicht trauen,
um den geistlichen Herrn zu ärgern, ihm ein Schnippchen zu
schlagen oder um ihn um eine Einnahmequelle zu bringen.
3. Flüchtige Geschlechtsverbindungen.
Die niedrigste Stufe fruchtbaren außerehelichen Geschlechts-
verkehrs nehmen flüchtige Geschlechtsverbindungen ein. Ein-
maliges Sichvergessen, „Rausch“, aber auch konstitutioneller
Leichtsinn und Liederlichkeit, Trunksucht (bei welcher freilich
zu bemerken ist, daß Alkohol die Doppelfolgeerscheinung der
Triebsteigerung und der Geschlechtskraftminderung aufweist),
Laster, die bis zur Unfähigkeit, den Begatter anzugeben (Ver-
gessenheit oder Pluralität der Begatter) gehen können. Auch
das Eingeschüchtertsein sozial tieferstehender Mädchen sozial
höherstehenden Männern gegenüber muß Erwähnung finden.
Exemplifizierung.
Schreiber dieses ist ein Fall in München bekannt geworden,
in welchem ein sonst unbescholtenes Mädchen aus dem Volke
sich nach einem Maskenball hatte schwängern lassen, aber auf
Befragen nach dem Namen des Vaters ihres Kindes ganz be-
fremdet in die Worte ausgebrochen war: „Ich hörte, wie man
ihn mit Baron anredete. Aber ich selbst konnte ihn doch nicht
fragen. So ein feiner Herr!“ — Aber auch idiotische Wider-
standsschwäche ohne soziales Minderwertigkeitsgefühl kommt
vor. Von einem Schweizer Mädchen, das freilich später, aus
offenbarer Verlegenheit, einem Irrenhaus überliefert wurde,
erhielt man als Grund dafür, daß es sich von seinem Schwager
hatte notzüchtigen lassen, die Antwort: „Schlagen konnte ich
nicht; man kann einem doch nicht so grob kommen!“ Das
zweitemal passierte ihr dasselbe seitens eines Handwerkers, in
dessen Laden sie eintrat. Auch hier wehrte sie sich nicht und
sagte später: „Ich konnte doch nicht das Brot und den Korb,
den ich bei mir trug, auf den Boden werfen. Und schreien tat