fullscreen: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

13. Titel: Einbringung von Sachen bei Gajiwirten. S 701. 1255 
8GB. 8 1282) oder ob fie Hm während feines Aufenthalts in der 
Saltwirtfchaft gebracht oder zugejendet worden find. . 
DurH vorübergehende Abhwefjenheit des @aftes hören feine Sachen 
nicht auf, eingebracht zu fein, vorausgejeßt, daß fie Jelbit in der ®afjtwirt- 
“Oaft oder den dazu gehörigen Näumen verbleiben, . 
Dagegen haftet der Gaftwirt nicht mehr für Sachen, die der Saft 
nach (endgültigem) SED LT der Gaftwirtichaft abfidhtlich oder 
aus Verfehen dort zurücgelaffen hat, e8 fei denn, daß die Fortdauer 
der Haftung nach $ 701 al8 vereinbart zu gelten hat oder die Sb 
des Saijtwirts aus anderem KRechtSgrund (Muftrag, Berwahrungs- 
vertrag, Spedition, Gefchäftsführung ohne Yuftrag) als gegeben erfcheint 
0. 11, 586; vgl. Jäch]. ®B. 8 1286; ebenfo u S, 264, Sildher-Denle 
Yote 6, Dertmann Bem. 3, a, v7, Matthiaß S. 347 und nunmehr auch 
Bland Bem. 6, a; and. An). Schollmeyer S. 139, Crome $ 278 Anm. 19, 
Dernburg $ 353, it, 3, Langen S. 60, nach welchen hinfichtlih der mit Cin- 
ifigung des Wirtes Eee Sachen im Zweifel Haftung nach 
5 701 al vereinbart gelten fol; Scherer Note 13 will RA der vom 
Saite vergeffenen Sachen die ftrenge Haftung Plaß greifen lafjen, während 
binfichtlich der fFreimillig zurücdgelafjenen Sachen eine Ver- 
mahrung vorliege; anderS allerdings Scherer felbjt in Hote 11 zu S 701; 
ogl. au Windfheid-Kipp, and. Bd. 2. ©. 623 ff). Die NEN USE des 
Saftwirts, von dem SGalte vergeffene Sachen in Berwahrung zu nehmen, 
mird fich regelmäßig aus S 242 ergeben (vgl. Pland Bem. 6, a). 
—. Nimmt der Gajt feine Saden bei der Abreife mit, 10 
jören fie in dem Zeitpunkt auf, eingebracht zu fein, in dem fie der 
Salt oder die von ihm mit der weiteren Sorge für die Sachen betraute 
Berfon 3. B. der Gepäckträger, der Drofchfenführer) von dem Gajtwirt oder 
defien Leuten in Empfang nimmt, gleichviel, ob dies im Hotel oder erft 
WAT (bei VBerlafjen des Sotelvagens, am Bahnhof oder Landungsiteg) der 
Sal Yt (Crome & 278 Ann. 18, Kuhlenbek Note 3, Dertmann Bem. 3, a, y, 
Scholmeyer S. 139; vgl. aud ROHSG. Bd. 11 S. 344 ff). nn 
Mit dem Geraustreten aus dem Bereidhe des Gajtwirtz und feiner 
Veute hören die Sachen RT dann auf, „eingebracht“ zu fein, wenn diefe 
Entfernung gegen den Willen des Gafjte3 erfolgt, 3. B. bei Pfändung 
durch den Gerichtsvollzieher, oder wenn der Wirt die Sachen eoenmächtig 
auf die Straße febt (ander8 in leßterer Hinficht Scoholmeyer S. 139 u 
land Bem. 6, a; Freilih kann in leßterem Falle der Wirt aus anderen 
Sefichtspunkten, insbefondere gemäß S 823, haftbar fein). 
Ueber die Haltung des Gajtwirts für die feinem Pfandrecht unter» 
üegenden Sachen |. Bem. 6 zu $ 704. | 
Stirbt der Salt im Gafthaufe, Jo dauert die ftrenge Haftung bes Wirtes 
"ort bi8 zur Uebergabe der Sachen an den Erben oder Hinterlegung gemäß 
88 372 ff. (val. Rand Bem. 6, a, Staudigger, Vorträge S. 548, Zijcher- 
SHenle Note 6, RKOR-Komm. Bem. 4, Laugen S. 61 Anm. 42). 
„5. Die Sache muß, während fie eingebracht war, zu Verluft gegangen, D. 9. voll 
Kändig abhanden gefommen (vgl. Brücmann im Arch. f. bürgerl. RN. ©. 23 ©. 322 fl. 
Di; 338 {f.) oder befchädigt worden fein. Ob der Verluft oder die Befjchädigung dur 
m oitahl Brand,  endtistkeit oder auf andere (wenn auch unaufgeklärte 
eife erfolgte, Tommt nicht in Betracht. 
Bi 6. Der Schaden muß die Sache in der Gaftwirtfehaft jelbit oder wenigften3 in 
Mer hiezu gehörigen Näumlichkeit 3. B. Dependance, Chalet, Heuboden, Reftaurations- 
Sorten, Spielplaß, Renelbahı, Hotelwagen) getroffen haben (vgl. Urt. d. DLS, Köln vom 
. September 1903 ipr. d. DLG. Bd. 8 S. 78 ff.) 
G 7. Unerheblid ift, ob der Schaden durch den Gaijtwirt felbit, feine Sente 
„oben Biff. 4, a), andere Gäite oder Dritte Perfonen vorfäßligh oder fahrläffig 
Dder uhne Verfhulden verurfacht worden ijt DM. 11, 586; vol. dagegen S 831 und Bem, 
Dieau). Inwieweit der Wirt wegen eigenen BVerfchuldens oder Berihuldens 
mer Yeute, für die er noch 8 278 haftet, erfabpflichtig it, beftimmt fidh nach dem 
B Hrage jtehenden Vertrags&verhältnis (Dertmann Bem. 4, a; vol. Borbent. 1, fowie 
em. 2, c, 8 zu 8 702 und Bem. 1, d zu $ 708), eventuell nach 85 823 ff (f. unten Bem. VUN. 
d IV. Zür den Umfang de8 dem Gafte zu erfeßenden Schaden3 find die Borfdhriften 
Dr 88 249 ff. maßgebend 8 auch oben Bem. II, 1; vgl. Urt. d. OLG. Frankfurk a. M. 
Yan 4. Mai 1906 Recht 1906 S. 1259 ff); der in der II. Komm. geftellte Antrag, der 
erehnung des SchadenZ reaelmäßia nur den Wert der Sachen zugrunde zu legen, 
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