Object: Recht der Schuldverhältnisse (Bd. 2)

25. Titel: Unerlaubte Handlungen. S 843. 1715 
Heichsger. vom 20. September 1906 und 16. Mai 1907, Jur. Wichr. 1906 S. 687, 1907 
S. 389; f. aber auch Urt, d. NMeicdhsger. vom 15. Juni 1908 Bayr. 3. f. N. 1908 S. 339). 
Die zeitlide Begrenzung der Kente (f. unten Bem. 3) darf dem NMachHverfahren über- 
(affen werden (Urt. d. Neichsger. vom 4. Oktober 1906, 6. Mai 1907 und 15. November 
L907, Sur. Wicdhr. 1906 S. 711, 1907 S. 366, 1908 S, 9). 
. Sind mehrere Erfaßpflidhtige vorhanden, fo kann die Frage, auf welche 
Weife Schadenserfaß zu leilten ft, nur einheitlich allen Verpflichteten gegenüber be- 
antwortet werden; eS ift diejenige Form zu wählen, die fih aus den Berhältnijfen des 
Berechtigten und aller Verpflidhteten al die geeignete ergibt; nach der Gefamtheit der 
hienach zu ermittelnden Umftände ift zu beurteilen, ob ein „wichtiger Grund“ im Sinne 
des S$ 843 Mof. 3 vorlieat (Urt. d. Reichsger. vom 27. Mai 1908 RGE, Bd. 68 
S, 429 ff.; and. Anf. Dertmann Bem. 3, b, 8). 
. Ein Recht des CErfakpflidhtigen, den Verlekten durch eine Abfindung in 
Kapital zu ent/häbigen, befteht nicht. 
Sit der Berlekte eine wegen jugendlidhen Alters noch nicht ermerbsfähige 
Verfon oder ift aus anderen Gründen nicht vorausfehbar, mie die Erwerbs- 
verhältniffe des Klägers ih in Zukunft geftalten werden, Io kann wegen 
der daraus entfpringenden Schwierigkeit, eine Rente 3zifermäßig feitzujeßen, in der Hegel 
nur ya {tellung der Rentenzahlungspflidht geklagt werden (Urt. d. DLG. Rolmar 
vom_4. Öftober 1904 Mecht 1904 S. 529, Urt. d. Meichsger. vom 31. Mai 1406, vom 
30. Oftober 1907 und vom 19. Mai 1909, Jur. Wichr. 1906 S. 473, 1907 S. 832, 1909 
S. 392 ff. Ueber ausnahmZweife Zuläjfigkfeit der LeiftungSfklage f. Urt. d. 
NeichsSger. vom 1. März 1906 BL. f RAY, Bd. 71 S. 382 ff. und vom 14. Mai 1906 
D. Sur.3. 1906 S, 877; vgl. au ZPO. $ 259 und Pland Bem. 4, a. 
Neber den Fall, daß eine Chefrau verlegt ift, und das Verhältnis ihrer 
Anfiprücdhe zu denen des Chemanns |. Bem. 8 zu $ 845. 
2. Auf die zu entrichtende Geldrente finden nach S 843 Abf, 2 Sag 1 die gemäß 
8 760 für die Seibrente geltenden Vorfehriften Anwendung (€. I, 726 Wbf. 1 Sa 5, 
724 Hbf. 7; M. 1, 794, 788 ff). Die Rente ift demgemäß um voraus zu entrichten und 
für drei Monate vorauszuzahlen; hat der Verlepkte den Beginn de8 Bierteljahr3 erlebt, 
Jo gebührt ihm der volle auf diejfen Zeitahfchnitt entfanende Betrag (f. Bem. 1 und 2 zu 
S 760; vgl. auch 87 Abi. 2 Sag 1 des HaftpflidhtgefeBeS in der Fafjflung des EG. Art. 42, 
HI, Eger S, 549 ff). Eine andere Art der Zahlımg G3. B. Nachzahlung oder Zahlung 
in anderen Zeitabjhnitten) anzuordnen, ft der Richter nicht befugt (Url. d. Meichsger. 
vom 9. Suli 1408 KOES. Bd. 69 S. 296 ff, and. Ant. Dertmann Yem. 3, a, ). 
3. Sür die Bemeffung der Rente oder des als Aofindung zu leiftenden Kapitals 
ift maßgebend, inwieweit dur die unerlaubte Handlung die Erwerbsfähigkeit des 
Verlebten aufgehoben oder gemindert oder feine Bedürfniffe vermehrt worden find (Urt. 
d. Nerchsger, vom 28. Juni 1909 Sur. Wichr. 1909 S. 445). Der Vegriff der Erwerbs- 
fähigkeit i{t hiebei nicht (mie nach dem Arbeiterverficherungsgefebe) abitrakt zu a 
zu erfeßen i{t vielmehr nur bie durch die WVerlekung herbeigetührte tatfächlide Cr- 
werbseinbuße (Urt. d. Meichsger. vom 25. November 1403) Iur. Wicdhr. 1910 S. 19). 
Wer alfo von den Einkünften feines Bermögens8 lebt, von feiner Ermerbsfähigkeit bisher 
feinen Gebrauch gemacht bat und vorausSfichtlih aud Künftig feinen Gebrauch 
machen wird, hat durch dem Berluft feiner Erwerbsfähigkeit keinen Schaden erlitten, es 
fann ibm daher auch keiner erfeßt werden (Urt. d. Neichsger. vom 5. März 1908 Seuff. 
Arch. Bd. 63 Nr. 250). Die künftige Geftaltung der Berhältniffe, die für 
die Dauer und den Umfang des Mentenanfpruchs maßgebend find, hat der Kichter infoweit 
zu berückfidhtigen, alS fich diefe Küinftige Entwidlung nach dem gewöhnlichen Laufe der 
Dinge und nach den bejonderen Umftänden des Einzelfale8 im voraus ermefflen läßt 
(Urt. d. RNeichsger. vom 23. März 1905 Iur. Wichr. 1905 S. 283, f. auch Urt. d. Reichsger. 
vom 2. März 1905 und 14. Januar 1907, Recht 1905 S. 194, 1907 S. 252, fowie 
Bem. V, 3 zu $ 844). . | 
Hienach kann 3. 3. eine zeitliHe Begrenzung der Rente um deswillen er-= 
Jorderlich werden, weil vorausfichtlih der Berlekte auch ohne die Verlegung wegen feines 
Alters oder wegen Rränklichleit von einem beftimmten Zeitpunkt ab ermerbsunfähig oder 
erwerbsbefhränkt geworden wäre (Urt. d. Reichsger. vom 23. März, 15. Iunt und 
2. November 1905, 15. Februar, 19. März, 28. Junt 1906, 16. Januar 1908, 11. Oktober 
1909, 6. Dezember 1909, 23. Wärz 1910, Iur. Wichr. 1405 S. 283, 493 ff, 1906 S. 27, 
204, 308 ff., 548, 1908 S. 140, 1909 S. 686 ff., 1910 S. 65, 471, ferner vom 1. Mörz 
1906 Bl. }. RA. Bd, 71 S. 383 und vom 27. November 1905 Sruchot, Beitr, Bd. 50 
S, 673 ff.), mährend anderfeit8 die wadhfenden Bedürfniffe eine8 Kindes bei zu“ 
nehmendem Alter oder AlterSzulagen, die der Berlebte bei Zortdauer feiner Be- 
[häftigung ficher erhalten hätte, zu berücdfichtigen find MM. I, 789; vgl. ROES. Bd. 16 
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