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Dritter Abschnitt.
Es wurde früher bemerkt, daß es für den Verwertungsprozeß
durchaus gleichgültig, ob die vom Kapitalisten angeeignete Arbeil
einfache, gesellschaftliche Durchschnittsarbeit, oder kompliziertere
Arbeit, Arbeit von höherem spezifischen Gewicht ist. Die Arbeit.
die als höhere, kompliziertere Arbeit gegenüber der gesellschaft-
lichen Durchschnittsarbeit gilt, ist die Aeußerung einer Arbeitskraft,
worin höhere Bildungskosten eingehen, deren Produktion mehr
Arbeitszeit kostet und die daher einen höheren Wert hat als die
einfache Arbeitskraft. Ist der Wert dieser Kraft höher, so äußert!
sie sich daher auch in höherer Arbeit und vergegenständlicht sich
in denselben Zeiträumen, in verhältnismäßig höheren Werten
Welches jedoch immer der Gradunterschied zwischen Spinnarbeil
und Juwelierarbeit, die Portion Arbeit, wodurch der Juwelenarbeiter
nur den Wert seiner eigenen Arbeitskraft ersetzt, unterscheidet sich
qualitativ in keiner Weise von der zusätzlichen Portion Arbeit, wo“
durch er Mehrwert schafft. Nach wie vor kommt der Mehrwert nur
heraus durch einen quantitativen Ueberschuß von Arbeit, durch die
verlängerte Dauer desselben Arbeitsprozesses, in dem einen Fal
Prozeß der Garnproduktion, in dem andern Fall Prozeß der Juweler-
produktion.!8
+8 Der Unterschied zwischen höherer und einfacher Arbeit, „skilled“
und „unskilled labour“, beruht zum Teil auf bloßen MNusionen, ode!
wenigstens Unterschieden, die längst aufgehört haben, reell zu sein, und
nur noch in traditioneller Konvention fortleben; zum Teil auf der hilflosereb
Lage gewisser Schichten der Arbeiterklasse, die ihnen minder als ander?
erlaubt, den Wert ihrer Arbeitskraft zu ertrotzen. Zufällige Umständ®
spielen dabei so große Rolle, daß dieselben Arbeitsarten den Plat
wechseln. Wo zum Beispiel die körperliche Kraft der Arbeiterklasse al
geschwächt und relativ erschöpft ist, wie in allen Ländern entwickelte!
kapitalistischer Produktion, verkehren sich im allgemeinen brutale Arbeiteb
die viel Muskelkraft erfordern, in höhere gegenüber viel feineren Arbeiteb
die auf die Stufe einfacher Arbeit *herabsinken, wie zum Beispiel di®
Arbeit eines Bricklayer (Maurers) in England eine viel höhere Stufe ei”
nimmt als die eines Damastwirkers, Auf der andern Seite figuriert di
Arbeit eines Fustian cutter (Baumwollsamtscherers), obgleich sie viel körp®l,
liche Anstrengung kostet und obendrein sehr ungesund ist, als „einfach®
Arbeit. Uebrigens muß man sich nicht einbilden, daß die sogenann!®
„Skilled labour“ ihrer Menge nach einen bedeutenden Umfang in del
Nationalarbeit einnimmt. Laing rechnet, daß in England (und Wales) di
Existenz von über 11 Millionen auf einfacher Arbeit beruht. Nach Abz®
giner Million von Aristokraten und anderthalb Millionen Paupers, Vag”
bunden, Verbrecher, Prostituierte usw. von den 18 Millionen der Bevölk“
rungszahl, zur Zeit seiner Schrift, bleiben 4650000 Mittelklasse m
Einschluß kleinerer Rentner, Beamten, Schriftsteller, Künstler, Schul‘
meister usw. Um diese 4% Millionen herauszubekommen, zählt er zu
arbeitenden Teil der Mittelklasse, außer Bankiers usw., alle besser bezahlt®
„Fabrikarbeiter“] Auch die Maurer fehlen nicht unter den „potenziert®
Arbeitern“, Bleiben ihm dann die besagten 11 Millionen. (S. Laind’
„National Distress etc. London 1844.“) „Die große Klasse, die für ihre?