fullscreen: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

Transaktionen, sondern auch über die von Roosevelt 
und seinen Beamten behauptete Bildung eines „Geld- 
trusts”, auf die bereits im ersten Kapitel angespielt 
wurde. Den Ausgang dieser Vernehmungen hätte sick 
Roosevelt von vornherein denken können: es kam 
nichts heraus — oder recht viel, wie man es nehmen 
will. Das Ergebnis in bezug auf den Geldtrust war be- 
greiliicherweise negativ. Denn Morgan, der seine gro- 
ßen Geschäft — und er hat stets nur wahrhaft große 
Geschäfte gemacht — stets nach sorgfältiger Er- 
forschung der Rechtslage unternahm und streng dar- 
auf sah, daß sie mindestens dem Buchstaben des Ge- 
setzes nach einwandfrei waren, würde sich gehütet 
haben, angesichts des Antitrustgesetzes einen solchen 
Geldtrust aufzubauen und seinen Feinden eine gefähr- 
liche Waffe in die Hand zu geben. Aber es gibt auch 
unsichtbare Trusts, und gerade einen solchen Trust 
aufzubauen war Morgan bei seinem gewaltigen per- 
sönlichen Einfluß ein leichtes. Der Geldtrust war da, 
aber er war unsichtbar, unfaßbar dem Zugriff der Po- 
lizeitaust. Was ist es anderes als ein Geldtrust, wenn 
im vorvorigen Kapitel festgestellt wurde, daß sich das 
von Morgan beherrschte Bankkapital auf mehr als 
eine Milliarde Dollar belief? Und, um noch einen 
Schritt weiterzugehen, konnte Morgan sich nicht mit 
mehr Recht als der gewählte Präsident als der Regent 
der Vereinigten Staaten bezeichnen, wenn, wie an der 
gleichen Stelle angegeben wurde, seine gesamte Fi- 
nanzkraft sich auf fast 10 Milliarden Dollar stellte? 
Das war doch ein ganz beträchtlicher Teil des Volks- 
vermögens der Vereinigten Staaten. Aber Morgan be- 
zeichnete sich nicht als Regent oder Beherrscher, es 
genügte ihm, daß er es war. Er kontrollierte jeden- 
falls die Vereinigten Staaten. 
Man kann sich vorstellen, mit welchen Empfindun- 
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