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Siebter Abschnitt.
Die große Schönheit der kapitalistischen Produktion besteht
darin, daß sie nicht nur beständig den Lohnarbeiter als Lohnarbeiter
reproduziert, sondern im Verhältnis zur Akkumulation des Kapitals
stets eine relative Uebervölkerung von Lohnarbeitern produziert.
So wird das Gesetz von Arbeitsnachfrage und Zufuhr in richtigem
Gleis gehalten, die Lohnschwankung innerhalb, der kapitalistischen
Ausbeutung zusagende, Schranken gebannt, und endlich die so unentbehrliche
soziale Abhängigkeit des Arbeiters vom Kapitalisten
verbürgt, ein absolutes Abhängigkeitsverhältnis, das der politische
Oekonom zu Hause, im Mutterlande, breimäulig umlügen kann in
ein freies Kontraktverhältnis von Käufer und Verkäufer, von gleich
unabhängigen Warenbesitzern, Besitzern der Ware Kapital und der
Ware Arbeit. Aber in den Kolonien reißt der schöne Wahn entzwei.
Die absolute Bevölkerung wächst hier viel rascher als im Mutterlande,
indem viele Arbeiter erwachsen auf die Welt kommen,
und dennoch ist der Arbeitsmarkt stets untervoll. Das Gesetz der
Arbeitsnachfrage und Zufuhr gerät in die Brüche. Einerseits wirft
die alte Welt fortwährend ausbeutungslustiges, entsagungsbedürftiges
Kapital ein; anderseits stößt die regelmäßige Reproduktion der
Lohnarbeiter als Lohnarbeiter auf die unartigsten und teilweise unüberwindliche
Hindernisse. Und nun gar die Produktion von überzähligen
Lohnarbeitern im Verhältnis zur Akkumulation des
Kapitals! Der Lohnarbeiter von heute wird morgen unabhängiger,
selbstwirtschaftender Bauer oder Handwerker. Er verschwindet vom
Arbeitsmarkt, aber — nicht ins Workhouse. Diese beständige Verwandlung
der Lohnarbeiter in unabhängige Produzenten, die statt
für das Kapital für sich selbst arbeiten, und statt den Herrn Kapitalisten
sich selbst bereichern, wirkt ihrerseits durchaus schadhaft auf
die Zustände des Arbeitsmarktes zurück. Nicht nur bleibt der Ausbeutungsgrad
des Lohnarbeiters unanständig niedrig. Der letztere
verliert obendrein mit dem Abhängigkeitsverhältnis auch das Abhängigkeitsgefühl
vom entsagenden Kapitalisten. Daher alle die
Mißstände, die unser E. G. Wakefield so brav. so beredt und so
rührend schildert.
Die Zufuhr von Lohnarbeit, klagt er, ist weder beständig, noch
regelmäßig, noch genügend. Sie „ist stets nicht nur zu klein, sondern
unsicher‘.?5 „Obgleich das zwischen Arbeiter und Kapitalist zu
teilende Produkt groß ist, nimmt der Arbeiter einen so großen Teil,
daß er rasch ein Kapitalist wird. ... Dagegen können wenige, selbst
wenn sie ungewöhnlich lange leben, große Reichtumsmassen akkumulieren.“?%
Die Arbeiter erlauben den Kapitalisten platterdings
nicht, auf Zahlung des größten Teiles ihrer Arbeit zu entsagen. Es
hilft ihm nichts, wenn er so schlau ist, mit seinem eigenen Kapital
auch seine eigenen Lohnarbeiter aus Europa zu importieren. „Sie
hören bald auf, Lohnarbeiter zu sein, sie verwandeln sich bald ie
265 Ebenda, Bd. II, S. 116,
26 Ebenda, Bd. I, S. 131.