thumbs : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Speisefette  und  -öle.

b)  Sonstige  Untersuohungsverfahren.  Außer  den  vorgenannten  sind  noch
eine  große  Anzahl  von  Untersuchungsverfahren  in  der  Literatur  beschrieben  worden.  Wir
müssen  darauf  verzichten,  diese  hier  sämtlich  anfzuführen,  da  sie  teils  noch  wenig  erprobt
sind,  teils  nur  grobe  Verfälschungen  erkennen  lassen,  die  auch  durch  die  oben  aufgeführten
Untersuchungsverfahren  entdeckt  werden  können.
Ein  auch  im  Haushalte  leicht  anwendbares  Verfahren,  um  Margarine  bezw.  überhaupt ­
  künstlich  emulgiertes  Fett  und  daher  auch  die  sog.  „wiederaufgefrischte  Butter“
von  natürlicher  Butter  zu  unterscheiden,  das  auch  bei  der  Untersuchung  im  Laboratorium
als  Anhaltspunkt  mit  dienen  kann,  beruht  auf  dem  Verhalten  der  Butter  beim  Ausschmelzen. ­
  Natürliche  Butter  liefert  beim  Auslassen  ein  klares,  durchsichtiges  überstehendes ­
  Fett,  während  dieses  bei  Margarine  bezw.  überhaupt  bei  künstlich  emulgierten
Fetten  —  daher  auch  bei  der  sog.  „wiederaufgefrischten“  Butter  —  trübe  ist  und  bleibt.
C.  Bischoff  hat  für  diese  Prüfung  eine  besondere  Schmelzvorriohtung  anfertigen  lassen.
Es  empfiehlt  sich  daher  für  die  Untersuchung  des  Butterfettes  auf
Reinheit  folgender  Untersuchungsgang;
Man  bestimmt  von  dem  zu  untersuchenden  Butterfette  zunächst  die  Eeichert-Me
  iß  Ische  Zahl  und  die  Verseifungszahl  und  prüft  dasselbe  außerdem  auch  noch
mittels  der  Furfurol-Eeaktion  auf  Sesamöl  und  mittels  der  Halphenschen  Reaktion
auf  Baumwollsamenöl.  Je  nach  dem  Ausfall  dieser  Prüfungen  sind  alsdann  folgende
3  Fälle  zu  unterscheiden:
a)  Liegt  die  Reichert-MeißIsche  Zahl  unter  einer  gewissen  Grenze,  die
man  je  nach  der  Herkunft  der  Butter,  der  Jahreszeit  und  der  Sorgfalt,  die  hei  der
Untersuchung  geboten  ist,  auf  22,  24  oder  26  annehmen  kann,  oder  fällt  —  auch
bei  höherer  Eeichert-Meißlscher  Zahl  —  eine  der  vorgenannten  beiden  Farben-Eeaktionen
  positiv  aus,  so  unterwirft  man  50—100  g  des  Fettes  der  Phytosterinacetat-Probe. ­

b)  Zeigt  sich  bei  verhältnismäßig  niedriger  Eeichert-Meißlscher  Zahl
zwischen  dieser  und  Verseifungszahl  gleichzeitig  ein  für  reines  Kuhbutterfett
abnormes  Verhältnis  (vergl.  S.  569),  so  führt  man  ebenfalls  die  Phytosterinacetat-Probe
und  auch  die  Bestimmung  der  Polenskeschen  „Neuen  Butterzahl“  (S.  558)  aus.
c)  Gibt  die  Untersuchung  nach  2  und  3  keinen  Anhaltspunkt  für  die  Anwesenheit ­
  von  Pflanzenfetten,  so  liegt  noch  die  Möglichkeit  einer  Verfälschung  mit
tierischen  Fremdfetten  vor,  und  es  kann  dann,  falls  nicht  auffallend  niedrige
Reichert-Meißlsche  Zahlen  gefunden  werden,  nur  durch  weitere  Ermittelungen
Uber  die  Herkunft  der  Butter  (nötigenfalls  durch  die  Stallprobe)  und  unter  Umständen
durch  die  Untersuchung  im  Polarisationsmikroskope  ein  Urteil  über  die  Reinheit
des  Butterfettes  erlangt  werden.
2,  Untersuchung  des  Butterfettes  auf  fremde  Farbstoffe.
Nach  der  amtlichen  Anweisung  vom  1.  April  1898  zum  Gesetze  betr.  den
Verkehr  mit  Butter  usw.  vom  15.  Juni  1897  verfährt  man  in  folgender  Weise:
„Die  Gegenwart  fremder  Farbstoffe  erkennt  man  durch  Schütteln  des  geschmolzenen ­
  Butterfettes  mit  absolutem  Alkohol  oder  mit  Petroleumäther  vom
spezifischen  Gewicht  0,638.  Nicht  künstlich  gefärbtes  Butterfett  erteilt  diesen
Lösungsmitteln  keine  oder  nur  eine  schwach  gelbliche  Färbung,  während  sie  sich
bei  gefärbtem  Butterfette  deutlich  gelb  färben.
Zum  Nachweise  gewisser  Teerfarbstoffe  werden  2—3  g  Butterfett  in  5  ccm
Äther  gelöst  und  die  Lösung  in  einem  Probierröhrchen  mit  5  ccm  konzentrierter
Salzsäure  vom  spezifischen  Gewicht  1,125  kräftig  geschüttelt.  Bei  Gegenwart
gewisser  Azofarbstoffe  färbt  sich  die  unten  sich  absetzende  Salzsäureschicht
deutlich  rot.“
            
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